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Christian K Niedersachsen

60Vollblut
BISHER GESPENDET
27.10.2025, 20:16 Uhr

Nun ist bei mir auch passiert - bei einer Routineuntersuchung stellte mein Hausarzt eine fortgeschrittene Eisenmangelanämie (sprich Blutarmut) fest. Konsequenz: Sofortiges Blutspendeverbot, 3 Mon. Therapie mit Tardyferon (Eisen-II-Sulfat). Zur Einordnung: Ich war seit Jan. 24 neun mal bei der Blutspende, also mehr oder weniger an jedem möglichen Termin.

Ich war erst mal geschockt von der Diagnose, da ich mich mit dem Thema nie beschäftigt habe. Meine (offensichtlich falsche) Annahme: Die Zyklen sind so gewählt, dass ein gesunder Erwachsener keinerlei gesundheitliche Probleme davontragen sollte, wenn er sie wahrnimmt. Nach ein wenig Recherche (auch hier im Forum) stelle ich fest: dem ist wohl nicht so (da kein Einzelfall)!

Deshalb frage ich den Blutspendedienst hier direkt: Warum gibt es beim Spendetermin nicht wenigstens einen Hinweis (z.B. durch den Arzt), dass zumindest ein Risiko besteht, sich bei (zu) häufigem Spenden einen schwerwiegenden Eisenmangel mit resultierender Blutarmut "einzufangen"? Warum wird nicht auch der Ferritinwert ("Speichereisen") bei der routinemäßigen Untersuchung ermittelt? Das Thema scheint ja nicht unbekannt zu sein, wenn man liest dass bei manchen Blutspendediensten sogar Eisenpräparate nach der Spende mitgegeben werden.

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Daniela H
Bayern
28.11.2025, 08:23 Uhr

@Andrea-Esther – schön, dass du so bewusst mit deinem Eisenhaushalt umgehst.
Leider reagieren manche im Forum auf ernste Hinweise nur mit Sprüchen wie „hol dir Zäpfchen bei Fressnapf“, oder "Ferritinwert hat mich nie interessirt" 🤔, und wiederholte Fragen werden gleich verurteilt, als müssten alle alten und nicht nur eigene Beiträge auswendig kennen.
Deshalb habe ich meine Beiträge gelöscht – somit sind auch die feindlichen Kommentare weg – und mich aus dem Forum zurückgezogen. Eigentlich schade, denn es sollte doch um Gesundheit und Austausch, Anregungen gehen, nicht ums andere bloßzustellen.

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Andrea-Esther C
Bayern
27.11.2025, 21:25 Uhr

Also ... ich kann mich durchaus dran erinnern, dass bei meiner ersten Blutspende ausführlich erklärt wurde, dass ich auf meinen Eisenhaushalt achten soll. Eisenreiche Ernährung, Eisenräuber nicht mit eisenhaltigen Nahrungsmitteln kombinieren und so. Ein bisschen Eigenverantwortung ist da, bei allem Respekt, auch gefragt. Es gibt durchaus die Möglichkeit, sich eisenreich zu ernähren, aber dem Körper die Aufnahme des Eisens zu erschweren indem man Kalzium, Koffein, Gerbstoffe, Oxalsäure dazu kombiniert. Sauerampfersüppchen, Spinat, Rahmsößchen zum Braten, Kaffee, womöglich noch mit Rhabarberkuchen zum Abschluss des Menüs, ... da kommt vom Eisen nichts im Blut an.
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Die Ferritin-Bestimmung wird bei der Blutspende nicht planmäßig durchgeführt - ich vermute, aus Kostengründen. Eisentabletten werden zumindest in Bayern nicht verteilt, weil "man keine Apotheke sei", so wurde mir erklärt, als ich mal einen zu niedrigen Hb hatte.
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Wenn Hb und Ferritin bedenklich niedrig ist, kann man mal die eigene Ernährung überdenken - man kann aber auch mal zum Hausarzt gehen, denn das kann Gründe haben. Irgendwas mit den diversen Hormonen, im Darm, ...

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Christian K
Niedersachsen
25.11.2025, 12:59 Uhr

Hallo Daniela,
Danke für Deinen Kommentar! Dass die Blutspendedienste das Problem kennen, zeigt sich ja daran dass einige auch die Spender darauf aufmerksam machen. Ich bin ebenfalls einigermaßen erstaunt darüber, dass manche Kommentatoren dieses Problem wegleugnen oder auf die Spender abwälzen wollen, bzw. mir sogar "Dreistigkeit" unterstellen. Aber sei es drum, ich werde jetzt erst mal nicht mehr Spenden gehen, weitere Kontrolluntersuchung abwarten und meinen Hausarzt um Rat bitten wie ich weiter verfahren soll.

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Daniela H
Bayern
25.11.2025, 08:30 Uhr

Christian, ich finde das toll, wie du schreibst. Ich habe mich zu dem Thema gestern geäußert. Man kriegt schon "tolle Ratschläge" und kaum jemand zweifelt das System an.
Wie ist es in anderen Ländern?

Dänemark, Finnland, Schweiz, NL: Ferritinmessung verpflichtend
→ Frauen werden bereits unter 30–50 ng/ml nicht zugelassen

USA: viele Blutbanken messen Ferritin routinemäßig

Deutschland: eines der letzten Länder, die kein Ferritin erfassen
Leider kann passieren, dass du trotz fast leerem Eisenspeicher dein Hb-Wert noch in Ordnung hast und Blut abgezapft bekommst. Mann sollte mindestens drauf hingewiesen werden, dass es passieren kann, und dass man Hausarzt bittet den Feritinwert regelmäßig zu prüfen.

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Irene B
Hessen
02.11.2025, 22:08 Uhr

Ich bin fast jede 3. Spende knapp über der Hb- Mindestgrenze und bekomme daher regelmäßig Eisentabletten mit Empfehlung mit, die ich dann eine Weile einnehme. Ferritinwert wird meist im Serum bestimmt (anders als Hb aus dem Kapillarblut), das geht nicht vor Ort. Ich habe bei der letzten Spende tatsächlich gefragt, ob man das Blut nach der Spende darauf untersuchen könnte (man verwendet ein Teil davon eh zur Kontrolle). Mir wurde gesagt, dass es ein erhöhter organisatorischer Aufwand wäre, was ich auch nachvollziehen kann. Ich lasse meinen Eisenspeicher demnächst wieder beim Hausarzt bestimmen.
Letztes mal habe ich das nicht zahlen müssen, da bei der Ü35 ein zu niedriger Hb festgestellt wurde, so dass ich etwas später zur Kontrolle musste, bei der ich dann darum gebeten habe. Wie es jetzt sein wird, weiß ich nicht, da die Untersuchung auf meinen Wunsch hin stattfinden wird. Weil ich spende und sportlich aktiv bin, was den Verbrauch übrigens auch erhöht.

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Claudia G
Bayern
28.10.2025, 20:33 Uhr

Hm... Also, ich finde es irgendwie "dreist", den Blutspendedienst verantwortlich zu machen. Warum wird wohl vor jeder Spende der HB-Wert kontrolliert? Warum dürfen Frauen nur viermal, Männer sechsmal in 12 Monaten Blut spenden?
Jeder Organismus reagiert anders. Es gibt Leute, die haben ständig oder immer wieder Eisenmangel, obwohl sie nicht Blut spenden. Es gibt Leute, z. B. bisher ich, die keinerlei Probleme haben, obwohl sie regelmäßig gehen.
Die Diagnose ist jetzt auch kein Drama. Wie schon andere schrieben: Tabletten nehmen, auf die Ernährung achten und mal ein Blutspendepäuschen einlegen.
Ich hatte übrigens in jungen Jahren mal so stark Eisenmangel, dass ich Infusionen bekommen habe - und da war ich noch keine regelmäßige Blutspenderin. Ich hab's überlebt. 😉

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Jens H
Sachsen
28.10.2025, 16:04 Uhr

Hallo Christian
Bitte nicht in Panik verfallen. Ich hatte vor auch schon das Problem. Einfach mal paar Monate aussetzen, die Tabletten nehmen und dann ca ein halbes Jahr wieder spenden gehen. Ich lasse mir da immer die Eisentabletten geben und siehe Eisenwert hat sich bei über 15 eingestellt

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Christian K
Niedersachsen
28.10.2025, 10:31 Uhr

Vielen Dank für Eure Kommentare!

Selbstverständlich ist jede(r) für seine/ihre gesunde Lebensweise selbst verantwortlich! Jedoch NICHT dafür, seine Blutwerte "im Blick zu haben", wenn sich diese durch Blutspenden ändern. Hier sehe ich ganz eindeutig eine Fürsorgepflicht des Blutspendedienstes, der von den häufigen Spenden profitiert. Ich war mir dieses real existierenden gesundheitlichen Risikos überhaupt nicht bewusst, und möchte nicht über die Dunkelziffer von Menschen spekulieren, denen es ebenfalls so geht, und die vielleicht gesundheitliche Probleme haben, die sie nie auf das Blutspenden zurückführen würden.

Offene Kommunikation und Transparenz ist hier das A und O. Dass es auch anders/besser geht, zeigt das Posting von Thomas aus BaWü.

P.S.: Mir geht es gut, ich habe typische Eisenmangelsymptome wie Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auf mein Alter und das Wetter zurückgeführt, mal sehen ob die Therapie darauf einen positiven Effekt hat ;-)

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Thomas H
Bayern
28.10.2025, 08:15 Uhr

Das ist mir so ähnlich auch schon passiert. Allerdings hatte ich das Glück, dass bei mir der Ferritin-Wert bei der Ursachenforschung wegen eines anderen gesundheitlichen Problems zufällig entdeckt wurde, so dass noch keine weiteren Maßnahmen erforderlich waren.
Ich weiß seitdem, dass ich besser nur 3-4 mal im Jahr spenden sollte und nicht die maximal zulässigen 6. Das scheint individuell sehr unterschiedlich zu sein - 6 mal (oder 4 für Frauen) ist eine Anzahl, die für die MEISTEN problemlos funktioniert, aber eben nicht für alle. Umso unverständlicher ist mir, warum nicht wenigstens bei Dauerspendern der Ferritinwert regelmäßig erfasst und dem Spender mitgeteilt wird - es würde ja reichen, das im Labor bei der Verarbeitung der Spende mit zu machen.
Und ja: Ich empfinde da auch die Kommunikation der Blutspendedienste als unzureichend. Es wird immer nur der Hb-Wert erwähnt, aber der ist ja definitiv nur die halbe Wahrheit. Dass es einen langfristigen Eisenspeicher in Form des Ferritins gibt, der schon längst leer sein kann während der Hb-Wert alle 8 Wochen noch (oder wieder) gut aussieht, wäre eine wichtige Information. Dann müsste man sich aber wieder der Frage aussetzen, warum man den nicht erfasst.

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Thomas M
Baden-Württemberg
27.10.2025, 22:33 Uhr

Hier in Baden-Württemberg werden bei jedem Termin vom Arzt Eisentabletten zur Mitnahme angeboten - neuerdings sogar mit Vitamin-C-Zusatz, damit das Eisen besser vom Körper aufgenommen werden kann. Außerdem liegen bei der Anmeldung Flyer zum Thema „Eisenmangel“ aus, in denen auf die entsprechenden möglichen Risiken hingewiesen wird.

Ein Ferritintest kann meines Wissens nicht vor Ort ausgeführt werden, da er eine längere Auswertungszeit durch das Labor erfordert und der Ferritinwert (anders als der Hb-Wert) nicht „sofort“ ermittelt werden kann.

Nicole D
Niedersachsen
27.10.2025, 22:27 Uhr

Zitat Christian K, Niedersachsen:
"[...] Deshalb frage ich den Blutspendedienst hier direkt:[...]"
Zitat-Ende
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Moin Christian,
ne, genau das tust du nun nicht, denn hier im Forum sind überwiegend Blutspender wie du und ich unterwegs..
Ob eine Nachricht hier am Tage von montag bis freitags von Mitarbeitern des Blutspendedienstes gelesen und sogar beantwortet wird, das ist ein Glücksspiel.
Entweder schreibst du via Kontakt den BSD direkt an, oder du greifst zum Telefonhörer und rufst die Hotline an. Da erreichst du jeweils die Mitarbeiter..
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Für deine Gesundheit nun alles Gute, komm schnell wieder auf die Beine.

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Gerhard Georg W
Bayern
27.10.2025, 21:34 Uhr

Hallo Christian,

für Deine Blutwerte/Gesundheitssorge/
gesunde Ernährung bist Du schon selbst verantwortlich! Genauso wie Du deinen Hb-wert und Ferritinwert im Blick haben solltest. Kopf hoch das wird schon wieder
paar Monate aussetzen dann geht's wieder weiter☘️🩸💪.

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