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Thema:
Vor der Blutspende
Heute war vor mir eine Spendern, die zur dritten Spende kam: sie hatte Personalausweis ohne den neuen Wohnsitz, aber im Handy digital ihre Meldebescheinigung. Weil die Meldebescheinigung nur digital vorlag, wurde sie wieder weg geschickt und durfte nicht spenden.
Ich finde das absurd! Mir erschließt sich das nicht. Leute, überarbeitet mal Eure Regeln, wer fälscht denn bitte6eine Meldebescheinigung digital?
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Niedersachsen –
auf Seite 19 des Dokuments heißt es zur
"Spenderidentität
Anlässlich jeder Spende bzw. jeder spendebezogenen Untersuchung ist die Identität des Spenders ohne die Gefahr einer Verwechslung festzustellen (gültiges amtliches Personaldokument mit Lichtbild). Name, Vorname, Geburtsdatum, Geschlecht und Adresse des Spenders sind zu erfassen."
das ist dann eigentlich auch mit digitaler Meldebescheinigung erfüllt. Ich fange jetzt auch nicht an zu hinterfragen, warum die Dame nicht ins Bürgeramt gegangen ist, das Angebot sich digital umzumelden, gibt es jedenfalls in Hannover, punkt.
Mir erschließt sich das Vorgehen, die Dame nach Hause zu schicken, auch nach Durchsicht der pdf (vielen Dank für die links) nicht, ich halte das für nicht zeitgemäß. Aber ich werde jetzt hier auch nicht weiter schreiben, mir war es, diesen von mir empfundenen Fehler zu kommunizieren, ein LAnd sollte lernbereit seit. Aber mich darüber jetzt zu streiten, dafür fehlt mir die Energie, Zeit und Motivation.
Baden-Württemberg –
Warum überhaupt eine digitale Meldebescheinigung? Normalerweise geht man mit dem Ausweis und der Wohnungsgeberbestätigung zum Rathaus und dann bekommt man einen Aufkleber mit Siegel auf den Perso und alles ist in bester Ordnung...
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Sofern sich nicht der Namen ändert ist dies gültig bis er normal abläuft.
Baden-Württemberg –
Zitat Volker P
Niedersachsen –
03.11.2025, 20:00 Uhr
"Da scheint es ja doch nicht so dringend zu sein mit dem Bedarf am Rohstoff Blut und dem Aufbau jüngerer Spender."
Hallo Volker,
die COVID19-Pandemie hat uns wohl recht deutlich gezeigt, wie rasend schnell sich ein neues Virus durch den weltweiten Reise- und Warenverkehr rund um den Globus ausbreiten kann. Ich will das alles gar nicht wiederholen.
Das Argument, dass du am Schluss nennst und dass ich zitiert habe, wird übrigens durchschnittlich jede Woche einmal hier vorgebracht - und zwar unabhängig davon, wo der Fehler nun lag und wer ihn zu verantworten hat. Glaub mir: ich bin seit 2018 im Forum dabei und hab hier schon so einiges gelesen! Für mich ist das ein "Totschlagargument", dass trotz seiner ständigen Wiederholung in den meisten Fällen nicht passt.
Wohl gemerkt: Es geht hier nicht um. "nützlich" oder "praktisch" oder "sinnvoll" oder "unlogisch". Es geht um die Gesundheit von Spendern und Empfängern; und bei anderen Gelegenheiten werden wir ja nicht müde, immer wieder zu betonen, dass die Gesundheit doch das höchste Gut ist.
Vielleicht sollte man wirklich über eine Novellierung der einen oder anderen Bestimmung nachdenken - kann ja sein. Doch das steht im Moment der Spende aber nicht zur Debatte. Da geht es darum, dass alle MA des Blutspendedienstes die aktuell geltenden Bestimmungen z.B. des Transfusionsgesetztes
https://www.gesetze-im-internet.de/tfg/TFG.pdf
und der Richtlinie Hämotherapie
https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Themen/Medizin_und_Ethik/Richtlinie-Haemotherapie-2023_neu2.pdf
genau einhalten.
Ich möchte mir wirklich nicht vorstellen, wenn jemandem in deiner Familie oder deinem Freundeskreis wegen eines nachlässigen Umgangs mit diesen Bestimmungen ein ernstes gesundheitliches Problem bekommt. Möchtest du dann wirklich vom Spendearzt hören, dass er einzelne Bestimmungen dieser gesetzlichen Vorgaben für "nicht sinnvoll" oder "nicht zeitgemäß" eingestuft und sie deshalb nicht beachtet hat? Wirklich?
Niedersachsen –
Lieber Peter A. B.
"Warum wohl?" wird man nach der Adresse gefragt?
Sollte ich dann die Adresse korrigieren, mündlich, dann dürfte ich nicht spenden?
Deine Beispiele der Verunreinigungen des Blut, dass man dann die Heimadresse kontaktieren würde, nun, viele Menschen sind heutzutage viel unterwegs, bei mir wäre dann Mail oder Handy hinterlegt, das erscheint mir sinnvoller.
Mir leuchtet das alles nicht ein, finde es bedauerlich und unlogisch, dass die Dame, willens Blut zu spenden, mit digitaler Meldebescheinigung, Ausweis und Blutspende app wieder nach Hause geschickt wurde.
Da scheint es ja doch nicht so dringend zu sein mit dem Bedarf am Rohstoff Blut und dem Aufbau jüngerer Spender.
Baden-Württemberg –
Zitat von Manfred Günter L
Rheinland-Pfalz –
03.11.2025, 19:04 Uhr
"Ich verstehe nicht, warum der Wohnort im Ausweis überhaupt wichtig ist. Ich darf doch nicht nur an meinem Wohnort spenden. Wenn sie nichts gesagt hätte, wäre es doch wohl gar nicht aufgefallen, oder?"
Grundsätzlich dürfen die Mitarbeiter der Blutspende (ganz egal welcher Organisation) nicht davon ausgehen, dass alles immer in bester Ordnung ist. Sie müssen bei ihrer Arbeit im Umgang mit Blut die maximale Sorgfalt anwenden, d.h.durchaus auch den "worst case" im Blick haben. Gut, dass wir davon nicht immer alles mitkriegen...
Ein fiktives Beispiel:
Eine Spenderin hat sich eine halbe Woche vor der Spende mit dem Virus "f7cd8E9" infiziert, ohne es zu merken. Sie fühlt sich am Spendetag großartig. Sie spendet und fährt anschließend in den Urlaub.
Bei der Blutkontrolle im Labor fällt das auf, die Spende wird sofort gesperrt. Blöderweise ist "f7cd8E9" hochansteckend und in 30% der Fälle tödlich.
Jetzt gilt es, die Frau schnellstmöglich ausfindig zu machen. Im Urlaub ist sie telefonisch wie per Mail nicht erreichbar. Außerdem müssen alle Mitspender an diesem Tag vorsorglich informiert werden. Und hier kommt die amtliche Meldeadresse ins Spiel. Im Falle einer besonderen Gefahr kann u.a. auch die Polizei bei der Suche/Fahndung eingeschaltet werden.
Was meinst du, was wäre los, wenn man hier nicht schnell und entschlossen handeln würde und das Drama nähme erstmal seinen Lauf?
Im übrigen werde ich bei jeder Spende routinemäßig gefragt: Ist die Adresse noch aktuell? -> Warum wohl?
Rheinland-Pfalz –
Ich verstehe nicht, warum der Wohnort im Ausweis überhaupt wichtig ist. Ich darf doch nicht nur an meinem Wohnort spenden. Wenn sie nichts gesagt hätte, wäre es doch wohl gar nicht aufgefallen, oder?
Baden-Württemberg –
Volker, danke für dein Engagement für die Blutspende. Zwei Dinge möchte ich zu deiner Frage anmerken:
1) Aktuell sind nun mal die Regeln so, und jeder, der mit dem Blutspenden zu tun hat, möchte sich nicht der Gefahr aussetzen, dass er bzw. sie persönlich belangt wird, weil die geltenden Regeln locker interpretiert wurden.
2) Zum Glück kannst du es dir nicht vorstellen, was derzeit alles unternommen wird, um Ausweise und Wohnsitzangaben zu verändern/zu fälschen/auf andere zu übertragen. Leider ist das ein echtes Problem. Der Tatort am gestrigen Sonntag bot einen winzigen Einblick in die Szene und die Auswirkungen.