2
Thema:
Gesundheit & Spendefähigkeit
Hallo,
aktuell gibt es eine Wartezeit nach der Rückkehr aus Länden wie Italien oder Frankreich. Wir wurden bei der letzten Blutspende aber nicht darauf hingewiesen oder dazu befragt. So wie die meisten an diesem Tag. Gibt es dazu keine Verpflichtung, oder hofft man, dass die Spender die Wahrheit sagen bzw. sich selbst gut informieren?
20
Blutspendedienst des BRK –
Hallo zusammen,
ein Kommentar unter diesem Beitrag wurde uns gemeldet.
Wir konnten bei der Prüfung keine bedenklichen Inhalte erkennen.
Viele Grüße
Charlotte vom BSD
Nordrhein-Westfalen –
Im Fragebogen wird nach Auslansauenthalten gefragt. Wenn du da NEIN ankreuzen warst das.
Bayern –
Es wird immer konfuser. In der Diskussion zu dem NSTOB-Artikel (https://www.blutspende-leben.de/aktuelles/wartezeit-nach-reiserueckkehr-aus-italien-und-frankreich-aufgrund-des-chikungunya-virus) heißt es, dass der Reise-Check des BRK nicht auf den NSTOB übertragbar ist. Mit anderen Worten, in Bayern dürfte ich nach einem Aufenthalt in Italien oder Frankreich (außerhalb einiger betroffener Regionen) spenden, in Niedersachsen nicht. Heißt das jetzt auch, dass keine Blutprodukte mehr von Bayern nach Niedersachsen geliefert werden?
Bayern –
Da hätte die Presseabteilung ruhig mal einen der Spendeärzte drüberschauen lassen können, bevor man das veröffentlicht. Abgesehen davon, dass es keinen Malaria-Virus gibt (Malaria wird durch Plasmodien, also einzellige Parasiten übertragen), gelten die Einschränkungen nur für bestimmte Regionen. Ein Verweis auf den Reise-Check hätte da auch geholfen.
Bayern –
https://www.blutspendedienst.com/blutspende/fragen-antworten
.
"Was geschieht nach der Spende mit meinem Blut?
Nach dem Blutspendetermin werden die Spenden in unsere Produktions- und Logistikzentrum nach Wiesentheid gebracht. Dort werden die Blutspenden weiter verarbeitet. Dazu werden die Blutkonserven zentrifugiert und in ihre Blutbestandteile (Erythrozyten, Thrombozyten und Plasma) aufgeteilt. So entstehen Erythrozytenkonzentrate, Thrombozytenkonzentrate und Plasma. Am Blutspendetermin werden außerdem bei jeder Spende Kontrollröhrchen entnommen. Die abgenommenen Röhrchen werden in unseren Laboren in München und Wiesentheid untersucht. Im ersten Schritt werden die Blutgruppe und der Rhesusfaktor bestimmt. Danach wird das Blut auf verschiedene Infektionskrankheiten, wie HIV, Hepatitis und Syphilis untersucht. Dies geschieht mittels Antikörper- und Virusdirektnachweis-Tests. Wichtig zu wissen! Die Viren bzw. virusspezifischen Antikörper sind im Blut zwar nachweisbar, allerdings oft erst mehrere Wochen nach einer Infektion. D.h. es gibt eine sogenannte Fensterphase, in der wir den Virus trotz der Tests nicht nachweisen können. Daher ist es wichtig, dass der medizinische Fragebogen vor der Blutspende wahrheitsgemäß ausgefüllt wird. Bis zur Verwendung im Krankenhaus oder in einer Praxis werden die einzelnen Blutpräparate in den Instituten des Blutspendedienstes gelagert.
Weitere Informationen zum Weg Ihrer Blutspende finden Sie hier."
.
Hier steht ausführlicher beschrieben, was mit dem Blut passiert, nachdem es den Spenderkörper verlassen hat. Es wird z. B. auf HIV und Hepatitis getestet. Allerdings kann man schon z. B. HIV in sich tragen unmittelbar nachdem man sich infiziert hat, die Tests können es aber erst nach einer gewissen Zeit feststellen. Daher ist es so wichtig, jede (!) Frage, und sei sie noch so peinlich und erscheint sie noch so absurd, wahrheitsgemäß zu beantworten. Es gibt z. B. Erkrankungen, die beim Sex übertragen werden können, auch wenn man sich vermeintlich schützt mit Kondom o. ä., aber die Inkubationszeit ... nun ja.
Niedersachsen –
Zitat Sonja R, Niedersachsen:
"Stimmt, die Frage gibt es. Mich würde dennoch interessieren, wenn ich mal Blut bekommen sollte, ob man sich nur auf die Antwort des Spenders verlässt, oder man das Blut auch auf HIV, Prionen, Viren etc. untersucht, oder kann man nicht alles ausschließen und eine Bluttransfusion hat immer ein Restrisiko?"
Zitat-Ende
--------------------
Beides.
Natürlich werden geleistete Spenden ausgiebig getestet, der Fragebogen dient aber u.a. auch dazu, vorab schon potentiell gefährdete Spender ggf. simpel herauszufiltern, das Arztgespräch verstärkt es, und Risiken zu minimieren. Denn Laboruntersuchungen kosten Geld, das Material bei den Spenden gibt es nicht kostenlos etc., da spart man schon wenn man die zu testende "Menge" vorher reduziert.
.
Und gleichzeitig bleibt immer ein Restrisiko.
Im Kleingedruckten des Aufklärungsbogen, was du (oder eine bevollmächtigte Person) vor einer Transfusion unterschreibst, findet es sich letztlich auch wieder. Aber das Risiko ist heutzutage insgesamt aufgrund vieler Untersuchungen und Tests des Blutes geringer geworden als früher.
Niedersachsen –
Zitat Roswitha Regina I, Bayern:
"Du schreibst, dass es für Italien eine Wartezeit gäbe. Diese Angabe ist falsch. Ich habe den Reisecheck für meine liebste Region in Italien gemacht und ich dürfte sofort spenden. Vielleicht kannst du deine Angaben präzisieren, dass es der Wahrheit entspricht."
Zitat-Ende
--------------------
Das du Sonja R hier unterstellst, dass sie lügt, finde ich schon nicht ohne.
Wenn solltest du wohl den Blutspendedienst um präzisere Aussagen bitten, denn die entsprechende Meldung ist einfach nur pauschal gefasst.
https://www.blutspende-leben.de/aktuelles/wartezeit-nach-reiserueckkehr-aus-italien-und-frankreich-aufgrund-des-chikungunya-virus
Bayern –
Das Blut wird auf wenige Infektionskrankheiten getestet, wie z. B. HIV, Hepatitis, Syphilis...
Du schreibst, dass es für Italien eine Wartezeit gäbe. Diese Angabe ist falsch. Ich habe den Reisecheck für meine liebste Region in Italien gemacht und ich dürfte sofort spenden. Vielleicht kannst du deine Angaben präzisieren, dass es der Wahrheit entspricht.
Niedersachsen –
Stimmt, die Frage gibt es. Mich würde dennoch interessieren, wenn ich mal Blut bekommen sollte, ob man sich nur auf die Antwort des Spenders verlässt, oder man das Blut auch auf HIV, Prionen, Viren etc. untersucht, oder kann man nicht alles ausschließen und eine Bluttransfusion hat immer ein Restrisiko?
Bayern –
Im Fragebogen gibt es eine Frage zu Auslandsaufenthalten. Du bist gesetzlich verpflichtet, den Fragebogen wahrheitssgemäß auszufüllen. Natürlich kann man dabei theoretisch auch lügen, aber wenn's rauskommt, kann das rechtliche Konsequenzen haben und du riskierst, dauerhaft gesperrt zu werden. Also: immer die Kreuzchen an der richtigen Stelle machen, sonst gibt's Ärger. Man hofft schließlich auch, dass man "sauberes" Blut erhält, falls man mal selber in diese Verlegenheit kommt, welches zu benötigen.
Für Reiserückkehrer gibt es auch den online verfügbaren Reise-Check:
(es empfiehlt sich, immer nach einer Reise dort nachzusehen, denn es können sich auch kurzfristig mal Änderungen ergeben. Inzwischen sind so fiese Viecher wie die Tigermücke sogar schon in Deutschland angekommen.