Spenderwerbungen. Manchmal sehe ich Plakate des BRK in der Stadt, wenn ich in Bayern unterwegs bin. Ab und zu rutschen mir Aufrufe verschiedener BSD auf Instagram in die Timeline. Und vor kurzem war eine Spendewerbung, die (wenn ich mich recht erinnere) manche gar nicht abgeholt hat, auch mal hier im Forum ein Thema.
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Daher aus Neugier eine Frage in die Runde:
Auch wenn ihr selbst keine Aufrufe braucht, um zu spenden: Was muss so ein Spendenaufruf eigentlich haben, damit er bei euch gut ankommt und euch motiviert?
Und welche Aufrufe findet ihr eher unangenehm und störend oder auch einfach nur nichtssagend?
Locker, förmlich, informativ, persönliche Geschichten, humorvoll, nüchterne Hinweise, mit Promiunterstützung, Emotionen...? Was kommt bei euch gut an – und was nicht?
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Bayern –
Das ist eine Sache der Heutigen Zeit. Ich glaube mich zu erinnern das Krankenhäuser bei dringenden Fällen im Radio aufgerufen haben.
Als ich damals angefangen habe zu spenden konnte man auch nur halbjährlich gehen.
Thüringen –
Wow, stolze Zahl, Johannes B! Da hat sich ja einiges bei Dir angesammelt. ;-)
Gab es damals eigentlich auch Blutspende-Aufrufe bzw. Werbungen? Oder ist das eine relativ neue Sache?
Bayern –
Hallo Claudia,
ich bin im April 1980 zum ersten Mal mit meiner Mutter zum Spenden gegangen.
Ich habe damals nur die Notwendigkeit gesehen das Blut gebraucht wird. Das heute Werbung dafür gemacht werden muss, zeigt nur, das es in den Köpfen immer noch nicht angekommen ist, das Blut durch nicht's zu ersetzen ist. Ich finde es nur dann gut wenn Promis Werbung machen, wenn sie auch zur Spende gehen.
Bayern –
Zum Kommentar von Benjamin:
Vielen Dank für deinen Einsatz, was würden wir ohne euch Ehrenamtler machen!!!💕
Bayern –
Ich brauch auch keine Aufforderung. Ich bin bei sämtlichen Blutspenden im Landkreis Starnberg in der Küche und sorge für die Essensversorgung der Spender (manchmal auch an der Spenderregistrierung). Irgendwann hab ich mich spontan dazu entschieden zu spenden.
Mecklenburg-Vorpommern –
Ich mag keine Werbung mit irgendwelchen mehr oder weniger Prominenten. Die finde ich einfach unglaubwürdig.
Thüringen –
Danke für eure bisherigen Antworten! Spannend, zu lesen. :-)
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Daniela H
Baden-Württemberg –
24.11.2025, 14:43 Uhr
"Persönliche Geschichten bzw. Schicksalsschläge holen mich total ab - das ist doch auch der Hauptgrund, weshalb wir spenden gehen!"
Bei mir ist es da ein bisschen anders. Mich interessiert so allgemein, in welchen Bereichen mein Blut eingesetzt wird. Persönliche – also i.S.v. individuelle – Geschichten sprechen mich aber weniger an, weil ich zu den meisten Empfängern keinen Bezug habe. Ich spende (u.a.), weil ich das Gesundheitssystem insgesamt unterstützen möchte, mein Blut dabei etwas bewirken kann und weil das auch irgendwie meine Art ist, mich bei dem ganzen medizinischen Personal für deren Einsatz zu bedanken. Etwas zurückgeben, auch wenn mir noch nichts gegeben wurde (war glücklicherweise noch nie auf Fremdblut angewiesen). Helfen, indem ich quasi mein Blut als "Arbeitsmaterial" zur Verfügung stelle. Das ist für mich aber nicht wirklich richtig persönlich.
Negativbeispiel für mich: Ein BSD hat neulich auf Instagram (vermutlich in Anlehnung an den Kommunikationsstil bei Stammzellenspenden?) damit für Blutspenden geworben, dass Spender und Empfänger ein perfektes Match sind und man eine unsichtbare Verbindung zu einem Menschen eingeht, dessen Leben von einem abhängt. Sowas zündet bei mir nicht. Es ist wichtig und irgendwie ist man als Blutspender ja Teil des großen Ganzen... aber mit einer konstruierten Verbindung zu ganz konkreten Personen holt man mich nicht ab.
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Paar weitere NoGos wurden auch schon genannt:
– Ein Befehlston (z.B. "los, geh jetzt spenden! Nadel rein, keine Ausrede!") ist übergriffig hoch 10.
– Und Beschönigungen bzw. Vorspiegelung falscher Tatsachen (z.B. "für eine Blutspende musst Du nur 15 Minuten Deiner Zeit opfern" oder "den kleinen Piks spürt man gar nicht") sind auch daneben. Ich kann nachvollziehen, warum teilweise beschönigt wird, man will ja nicht abschrecken – aber es ist nun mal unehrlich. Man sollte den Aufwand nicht kleiner reden als er ist.
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Infos finde ich aber wieder gut. Hinweise darauf, welche Blutgruppen aktuell besonders knapp sind bzw. dass die Blutreserven allgemein zuneige gehen. Wieviel Blut ein Patient mit Krankheit/Verletzung xy braucht. Dass Ärzte aus dem Bereich xy ohne Blut keine adäquate Behandlung gewährleisten könnten. Da sehe ich mich eher.
Baden-Württemberg –
Zitat von Daniela H
Baden-Württemberg –
24.11.2025, 14:43 Uhr
"Sehr gute Frage!
Ich mag Fakten wie "Werbung gibt es an jeder Ecke, Blut nicht". Persönliche Geschichten bzw. Schicksalsschläge holen mich total ab - das ist doch auch der Hauptgrund, weshalb wir spenden gehen! Werbung mit "Promis" oder ähnlich wie es Martin K geschrieben hat "Du solltest jetzt zum nächsten Blutspendetermin rennen, weil die Konserven knapp sind" finde ich völlig daneben. Aber vielleicht bin ich da auch einfach noch vom "alten Schlag" 😉 [...] Uns Stammspender muss man ja nicht mehr überzeugen..."
Liebe Daniela, das sehe ich ganz genauso wie du. Schön, dass du auch "noch vom alten Schlag" bist! Wir spenden, weil wir die Notwendigkeit sehen und wissen, wie entscheidend unsere Spende im Einzelfall sein kann. Mit einem persönlichen Schicksal wird das noch einmal unmittelbarer...
Deshalb finde ich es durchaus hilfreich und sinnvoll, wenn anlässlich der Spenderehrung in einer großen Uni-Klinik direkt von den zuständigen Ärzten über die Verwendung unserer Blutspenden berichtet wird:
- ein neunjähriger Junge mit Leukämie brauchte über die Jahre 31 Konserven
- ein Unfallopfer benötigte bei einer mehrstündigen Op 12 Konserven ("... man konnte kaum so schnell neue Konserven oben anhängen wie es durch die verletzten Gefäße und Organe wieder rauslief...")
DAS verdeutlicht, wofür wir unsere Zeit und unser Blut geben.
Baden-Württemberg –
Sehr gute Frage!
Ich mag Fakten wie "Werbung gibt es an jeder Ecke, Blut nicht". Persönliche Geschichten bzw. Schicksalsschläge holen mich total ab - das ist doch auch der Hauptgrund, weshalb wir spenden gehen! Werbung mit "Promis" oder ähnlich wie es Martin K geschrieben hat "Du solltest jetzt zum nächsten Blutspendetermin rennen, weil die Konserven knapp sind" finde ich völlig daneben. Aber vielleicht bin ich da auch einfach noch vom "alten Schlag" 😉
Mich würde tatsächlich interessieren, was die jüngere Generation anspricht, da das ja eigentlich die Hauptzielgruppe ist. Uns Stammspender muss man ja nicht mehr überzeugen...
Bayern –
Ich hab's da am liebsten mit der Wahrheit. Wenn da was von 15 Minuten steht, kann ich nur müde grinsen. 1/2 Stunde Anfahrt, dann vor Ort eine Stunde mit den üblichen Präliminarien, Spende, Ruhezeit, und dann wieder 1/2 Stunde heimfahrt. Für mich sind das 2 Stunden, plus die Fahrtkosten. Ansonsten reagiere ich eher negativ auf aggressive Werbung. Seitenbacher kaufe ich nicht mehr, weil ich die Stimme in der Werbung furchtbar unangenehm finde, nur so als Beispiel.
Bayern –
Hallo Claudia, sehr interessante Frage!
Ich persönlich finde es gut, wenn Werbung humorvoll ist.
Weniger gut finde ich Werbung mit falschen Lockmitteln, wie zB Blutspende in 15 Minuten usw.