Ich bin sehr dankbar, dass weder das DRK noch irgend eine mir andere bekannte Blutspendestelle in Deutschland das tut, was der schottische Blutspendedienst wohl nun offenbar tut. Ich verweise auf den Link unten. Und ich hoffe auch sehr, dass dies so bleibt, wie es jetzt ist.
Um was geht es in dem verlinkten Artikel? Der schottische Blutspendedienst gehört zum staatlichen Gesundheitssystem in Schottland. Er ist meines Wissens kein Teil des dortigen Roten Kreuzes. Wie überall gibt es natürlich auch in Schottland einen Fragebogen auszufüllen, bevor jemand Blut spenden darf. Das ist vollkommen normal und natürlich auch sehr wichtig, um andere Menschen und auch den Spender selbst zu schützen.
Wie auch beim DRK enthält der Fragebogen in Schottland Fragen zu einer bestehenden oder vor kurzem bestandenen Schwangerschaft. Hier ist der Hintergrund denke ich sehr klar. Wer schwanger ist, sollte kein Blutspenden.
Im vorliegenden Fall wurde ein 66 Jahre alter Mann daran gehindert Blut zu spenden. Der Grund? Er verweigerte selbstverständlich die Antwort auf die Frage ob er schwanger sei. Erstens ist er 66 Jahre alt. Außerdem ist er ein Mann. Die Frage ist vollkommen irrelevant für ihn. Der Blutspendedienst bestand aber auf die Beantwortung der Frage und lehnte den Mann somit bei der Blutspende ab.
Wie ein Sprecher des Blutspendedienstes hinterher klarstellte, war dies absichtlich so geschehen und wird wohl auch weiter so geschehen.
Blutspenden sind lebenswichtig für Empfänger von Blutspenden. Aber was interessieren Menschenleben, wenn die politische Haltung zur Frage steht. Man muss halt Prioritäten setzen. Das gilt auch im staatlichen schottischen Gesundheitssystem. Haltung ist wichtiger als ein Menschenleben.
Ich bin sehr froh und dankbar, dass solche absurden und menschenverachtenden Auswüchse eine Ideologie in Deutschland noch unbekannt sind. Meine Hoffnung ist gering aber dennoch vorhanden, dass dies auch in Zukunft so bleibt.
(Achtung: Externer Link) https://www.theblaze.com/news/man-asked-if-hes-pregnant
Baden-Württemberg
Ulrich, warum sollte die Frage beleidigend sein? Erstens ist es ja durchaus möglich, dass ich eine Haftstrafe schon hinter mir habe. Und zweitens basiert die Frage auf der faktenbasierten Erkenntnis, dass Häftlinge ein deutlich erhöhtes Ansteckungsrisiko für sexuell übertragbare Krankheiten haben.
Also warum um alles in der Welt, sollte ich mich durch diese Frage beleidigt fühlen? Aber noch wichtiger, was hat das eigentlich mit dem Thema dieses Threads zu tun?
Niedersachsen
Man kann sich wirklich anstellen. Sebastian, es wundert mich, daß du überhaupt schon einmal Blut gespendet hast; hast du die Frage nicht als tödliche Beleidigung angesehen, ob du kürzlich vielleicht in Haft saßt?
DRK-Blutspendedienst
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Baden-Württemberg
Corinna: Woher weißt du, dass diese Fragebögen in Schottland automatisiert ausgewertet werden? Und woher weißt du zusätzlich, dass die Programmierer entsprechende Programme in Schottland offenbar saudumm waren?
Hier in Deutschland gibt es ebenfalls Fragebögen. Schaut sich ein Arzt an. Der fragt gegebenfalls bei Unklarheiten nach. Und hier in Deutschland muss selbstverständlich kein Mann die Frage nach der Schwangerschaft beantworten und keine Frau eine etwaige vorhandene Frage nach einer Prostataerkrankung.
Und nein, sinnlose Fragen nicht zu beantworten ist keine Rechthaberei. Antworten auf Fragen zu verlangen, die biologisch unmöglich sind, ist eine Beleidigung des menschlichen Intellekts. Ich frage einen Mann, der laut seinem Ausweis über 50 Jahre alt ist, auch nicht ob er volljährig ist. Und ich frage eine Frau die vor mir sitzt auch nicht, ob sie sicher ist, dass sie keine Meeresqualle ist.
Bei Idiotie mitzumachen, bedeutet selbst zum Idioten zu werden.
Nordrhein-Westfalen
@Sebastian: Frauen jenseits der Menopause müssen die Frage auch beantworten, obwohl sie sie nicht (mehr) betrifft.
An der Stelle auf sein "Recht" auf Nichtbeantwortung zu bestehen ist reine Rechthaberei.
Da bekanntlich niemand "ein bisschen schwanger" sein kann, gibt es als Antworten nur Ja oder Nein. Und bei Männern ist die Antwort eben immer Nein.
Man kann sich bei dem Macher des Fragebogens nachher über die Form der Frage beschweren, aber inkorrekt ist es nicht, diese zu beantworten.
Der Fragebogen kennt einen nicht und die Programme, die solche Dinge bearbeiten sind in der Regel strunzdumm und haben keine logischen Abfragen ob bestimmte Angaben in Kombination überhaupt sein können.
Ein Update des Fragebogens auf eine sinnvollere Fragestellung ist wünschenswert, aber bis dahin braucht das System für die Verarbeitung diese Angabe. (Es wurde ja schon gesagt, wie gefährlich das Blut einer Schwangeren für einige Menschen sein kann.)
Baden-Württemberg
Andrea: Mein größtes Problem? Wo schrieb ich das? Ich finde es aber in der Tat problematisch, wenn Haltung wichtiger als Menschenleben sind.
Corinna: Es ist selbstverständlich, dass man keine Fragen beantwortet, die einen nicht betreffen. Es ist komplett sinnfrei, wenn eine Frau eine Frage nach ihrer Prostata beantwortet oder wenn ein Mann eine Frage nach einer Schwangerschaft beantwortet. Oder wie ich es schon oft bei Spenden gehört habe: „Ach, sie haben ja den Intelligenztest schon mal bestanden.“
Bayern
Also ... wenn das dein größtes Problem ist, musst du entweder besonders glücklich oder besonders gelangweilt sein.
Nordrhein-Westfalen
Warum ist die Verweigerung der Antwort selbstverständlich? Bei einem (biologischen) Mann ist die Frage "Sind Sie schwanger?" zwar eine dumme Frage, aber die korrekte Antwort ist halt "Nein".
Das ist noch nichtmal ein Eingriff in seine Privatsphäre.
Würde ich auch antworten, wenn man mich fragen würde, ob ich mal Probleme mit der Prostata hatte (oder etwas Entsprechendes).