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Lars W

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Vollblut

Lars W

Niedersachsen
05.04.2023, 14:34 Uhr

Frage 16 auf dem Bogen: Sex in den letzten vier Monaten mit im Ausland geborenen Personen = darf nicht spenden. Begründung der Ärztin: diese Personen sind durchseucht mit z. Bsp. Malaria. Meine Partnerin, im Ausland geboren, ist der Grund, dass ich nie wieder Blut spenden darf und auch nicht will. Ich könnte die Frage ja mit nein beantworten, kann ja keiner nachvollziehen, aber ich finde das Ganze dermaßen rassistisch, dass ich mein Blut lieber behalte. In was für einer kranken Welt leben wir?

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Team NSTOB
DRK-Blutspendedienst
06.04.2023, 09:52 Uhr

Guten Morgen Zusammen,

da uns erneut mehrere Kommentare sowie auch der Beitrag selbst gemeldet wurde, müssen wir abermals an die Netiquette in diesem Forum erinnern. Wir freuen uns über euren regen Austausch, aber bitte achtet auf einen freundlichen Umgangston.
Des Weiteren möchten wir einige Sachverhalte klar stellen, um Missverständnisse bei diesem sensiblen Thema zu vermeiden. Wir alle sind „für die gute Sache“ hier und wir bitten darum, dies auch bei lebendigen Diskussionen nicht aus dem Gedächtnis zu verlieren.

Zunächst möchten wir richtigstellen, dass nicht jeder automatisch von der Spende ausgeschlossen ist, der in einer (intimen) Partnerschaft mit einer Person, die im Ausland geboren ist (oder mehr als 6 Monate gelebt hat), lebt.
Es geht hier also keineswegs um Diskriminierung von Spendern, sondern um eine zu gewährleistende Produktsicherheit für die Patienten bzw. die Empfänger der Blutprodukte. Es geht beispielsweise darum, wie lange die Person schon in Deutschland lebt und vor allem, aus welchem Land sie stammt oder wann sie wie lange im Ausland (außer Westeuropa und USA) gelebt hat. Nicht jedes Land/Region ist ein Malariarisikogebiet. Hier entscheidet der Teamarzt individuell anhand der vorliegenden Informationen, ob eine Blutspende möglich ist.

Bezüglich eurer Anmerkungen zum Fragebogen: Hierbei handelt es sich um einen bundeseinheitlichen Spenderfragebogen, der vom Paul-Ehrlich-Institut zur Verfügung gestellt wird und den fast alle Blut- und Plasmaspendeeinrichtungen in Deutschland verwenden. Dies wird auch genauso in der Richtlinie Hämotherapie empfohlen, an der sich die Fragen orientieren. Einzelne Formulierungen können anders sein, aber der faktische Inhalt bleibt immer der gleiche.

Ihr könnt uns immer gerne etwaige Beschwerden über unser Kontaktformular senden (unter Angabe eurer Spendernummer), damit wir den Sachverhalt im Nachgang prüfen können und eine Lösung für alle Beteiligten finden können.

Da das Thema nun klargestellt wurde, bitten wir um euer Verständnis, dass wir diesen Beitrag nun schließen.

Wir wünschen euch ein schönes und entspanntes Osterfest.

Viele Grüße
Sarah vom NSTOB


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Andrea-Esther C
Bayern
05.04.2023, 21:34 Uhr

Seltsam ... wenn der Partner / die Partnerin z. B. aus Norwegen oder Dänemark stammt ... das ist auch Ausland. Und von Malaria in Norwegen habe ich bislang nichts gehört - sowas kommt wenn, dann eher bei Norwegern, die in einem Malariagebiet auf Urlaub waren, vor. In so einem Fall kann man wahlweise direkt vor Ort nach dem Teamleiter fragen oder anschließend den "Kontakt" anschreiben. Am besten den Namen der betreffenden Ärztin nennen, auf jeden Fall aber wann und wo dieses vorgefallen ist.


27
Sylvia K
Baden-Württemberg
05.04.2023, 20:16 Uhr

Ich kenn nur Fragen Malaria, BSE England , Aufenthalt im Ausland oder so.

Manches ist schon überholt. Nach 30 Jahre solte schon BSE aufgetreten sein, könnt man meinen.

Die Sexualpraktiken. Wenn ich brav war und mein Partner nicht?

Einfach nach besten Gewissen ankreuzen.


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Thomas H
Bayern
05.04.2023, 17:06 Uhr

Wenn jemand tatsächlich aus einem Malaria-Endemiegebiet kommt würde ich das ja sogar verstehen, auch wenn ich das versuchen würde, etwas diplomatischer rüber zu bringen. Aber wie man (Ehrlich-Institut, DRK, Ärztin) zu einer Aussage kommt, dass jeder Sexualkontakt mit einer Person, die auch nur einen Meter außerhalb der Grenzen Deutschlands geboren wurde, eine erhöhtes Risiko mit sich bringt, ist mir schleierhaft. Umso mehr, da man selbst ja problemlos aus dem europäischen Ausland kommen dürfte - solange man ordnungsgemäß mit Deutschen verkehrt...


27
Lars W
Niedersachsen
05.04.2023, 16:44 Uhr

16. Über den Sexualverkehr können Infektionen, wie z.B. HIV oder Hepatitis, übertragen werden. Direkt nach der Ansteckung mit HIV und/oder Hepatitis kann eine spendende Person, ohne es zu wissen infiziert sein und durch ihr Blut die Empfängerin / den Empfänger der Spende anstecken. Leider können Labortests eine Infektion zum Teil erst bis zu 4 Monate nach der Ansteckung nachweisen. Daher schützen Sie mit Ihrer ehrlichen Antwort die Empfänger Ihrer Spende.

Hatten Sie in den letzten 4 Monaten Sexualverkehr

• mit insgesamt mehr als zwei Personen?

• als Mann mit einem neuen männlichen Partner oder mit mehr als einem männlichen Partner?

• für den Sie Geld oder andere Leistungen (Unterkunft, Drogen) erhalten oder bezahlt haben?

• mit einer Person mit einer der vorgenannten Verhaltensweisen?

• mit einer Person, die mit HIV- oder Hepatitisviren infiziert ist?

• mit einer Person, die im Ausland geboren ist oder mehr als 6 Monate dort gelebt hat?

Haben Sie in den letzten 4 Monaten eine medikamentöse HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) eingenommen?

(Falls ja ist eine Blutspende bis zum Ablauf der genannten Frist nicht möglich)


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Reiner S
Sachsen
05.04.2023, 16:36 Uhr

Ich habe in meiner langjährigen Laufbahn als Blutspender noch NIE eine derartige Frage auf dem Fragebogen gelesen.

Da muss ich nächste Woche mal genauer Schauen was da bei Nr. 16 steht.


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Thomas H
Bayern
05.04.2023, 16:28 Uhr

Also wenn das "falsche" Kreuz zu einem generellen Ausschluss ohne weitere Betrachtung (woher kommt Deine Partnerin, wie lange lebt sie schon in Deutschland bzw. Europa, usw.) geführt hat, dann bin ich voll bei Dir.
Die Frage an sich ist sinnvoll, wenn sie vom Arzt hinterfragt wird (und wenn da Europa statt Deutschland stände). So wie es offenbar in Deinem Fall gelaufen ist, würde ich das melden. Da schadet sich das DRK schließlich auch selbst, wenn Spender auf diese Weise verloren gehen.


27
Lars W
Niedersachsen
05.04.2023, 16:17 Uhr

Das verstehe ich alles. Hier wurde aber ja generell ausgeschlossen und nicht der Einzelfall bewertet. Eine Diskussion mit der Ärztin hatte wie gesagt keinen Sinn.