Hallo,
Meine Mutter sorgt sich, dass wegen regelmäßiger Blutspenden mir später die Blutstammzellen auslaufen.
Ich bin kein Biologe, und habe keine Ahnung wie Erythropoese genau funktionniert.
Es reicht ihr nicht zu wissen, dass manche Leuten mehr als 200 Mal gespendet haben ohne Konsequenzen. Auch nicht dass der BSD sicher macht, dass es den Spendern gut geht.
Ich habe erfolglos nach einer Studie gesucht, die die Veränderungen der Fähigkeit zur Produktion von Blutzellen bei regelmäßigen Blutspendern untersucht, oder die Erschöpfung der Stammzellenbestände bei regelmäßigen Blutspendern.
Ich muss zugeben, ohne Studie kann man tatsächlich nicht sagen, dass der BSD alles berücksichtigt hat. Und einzelne Erfahrungen bedeuten statistisch auch nichts.
Falls jemand sich mit dem Thema kennt, bitte ich um Hilfe.
Blutspendedienst des BRK
Hallo Tanguy, Du hast ja schon ganz viele ausführliche Antworten auf Deine Frage erhalten. Wenn Du noch unsicher bist oder noch etwas wissen möchtest, kannst Du Dich auch gerne bei unseren Ärztinnen unter der 0800 11 949 11 (kostenfrei) melden. Viele Grüße, Fabienne vom BSD
Rheinland-Pfalz
Die Sorgen sind völlig unbegründet, das Blut wird auch ohne Spende ständig neu gebildet.
Da interessiert mich eher eine Studie, die diese „Sorge“ belegt.
Bayern
Sehr interessant danke sehr!
Nordrhein-Westfalen
Hallo Tanguy M
Ich kann Dich beruhigen, da ich nach 45 Spenderjahren und 153 Spenden im vergangenen Jahr meine eigenen Blutstammzellen für mich gespendet habe. Dies sogar für 2 Transplantationen, falls der Krebs wieder ausbricht. Die Stammzellenproduktion wird zwar vorher durch Medikamente angeregt, aber ich war dann schon nach 3 Stunden (statt eigentlich 5-6 Stunden) fertig.
Bayern
Entscheidend ist, wie Andrea-Esther im Prinzip auch schon schreibt,
dass
"Blutstammzellen[...] sich selbst erneuern bzw. kopieren" können.
Quelle:
(Achtung: Externer Link) https://stammzellen-verstehen.de/Grundlagen/Blutstammzellen.aspx
Eine Blutstammzelle, welche sich in eine Blutzelle ausdifferenziert, geht damit zwar aus dem Knochenmark letztendlich verloren, was aber nichts ausmacht, da sie, vereinfacht gesagt, davor noch eine Kopie von sich selbst herstellt. Somit bleibt der Vorrat an Blutstammzellen konstant.
Bayern
Das Gute an den Stammzellen ist, dass sie sich quasi unbegrenzt vermehren können und auch, im Gegensatz zu Erythrozyten, Thrombozyten etc. sehr vielseitig sind.
Was die Sorge deiner Mutter angeht: ich kann verstehen, dass Mütter sich ständig Gedanken um ihre Kinder machen, selbst wenn diese selber schon Kinder oder sogar Enkelkinder haben ... die Sorge, dass sich Blutspende negativ auf das Knochenmark auswirken könnte, wo die Stammzellen "zuhause" sind, dagegen teile ich nicht. Es wird ja nur "fertiges" Blut entnommen, die Stammzellen bleiben, wo sie sind. Und selbst wenn jemand Stammzellen spendet, hat das keine langfristigen Auswirkungen, denn die Stammzellen können sich quasi beliebig und unbegrenzt regenerieren - sofern sie gesund sind.
Das Beste wird sein, wenn deine Mutter sich mal direkt an einen Facharzt wendet, der sich beruflich hauptsächlich mit Blut, der Bildung desselben und Erkrankungen des Blutbildenden Systems auskennt.
Bayern
Da Erythrozyten nur 120 Tage lang "leben" müssen die Blutstammzellen jedes Jahr ohnehin für ca. 18 Liter Blut neue Erythrozyten herstellen. Da fallen die durch Blutspenden zusätzlich verlorengehenden kaum ins Gewicht - sie haben auch im Durchschnitt ohnehin schon die Hälfte ihrer Lebenszeit hinter sich.
Auch ist mir nicht bekannt, dass z.B. Menschen im Alter von über 100 an Mangel an Erythrozyten sterben, obwohl die biologische Lebenserwartung von Menschen eigentlich bei nur ca. 35 Jahren liegt.
(Sorry übrigens für meine erste Antwort - da lag ich wohl völlig falsch... )