Schade! Viel Spendenbereitschaft heute in Emden in JAG. Aber…. Zu wenig Beutel, zu wenig Personal. Mind. 40 Personen mussten nach Hause geschickt werden.
Moin, ich denke die Planung von Spendeterminen ist sehr komplex.
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Natürlich klingt es erstmal unangemesen, wenn Spender in Zeiten von Blutkonservenmangel heim geschickt werden, besonders wenn zuvor noch die Werbetrommel getrommelt wird.
Gleichzeitig sollte man aber auch bedenken, dass das DRK Interesse an konstanten Zahlen (Blutspenden) und somit Vorräte hat. Was nützt es, wenn nun alle diese Woche gehen und danach 8-12 Wochen ausfallen, weil sie aufgrund Mindestabständen nicht mehr spenden dürfen? Thrombozytenkonzentrate sind nur wenige Tage haltbar, die kann man sich nicht beiseite legen wie Plasma. Ich denke die mit den Terminen vorgegebene Kapazität hat auch für eine derartige Steuerung einen Sinn. Jedem steht es frei sich einen Termin, zu reservieren, auch kurzfristig, und selbst beim BSD NSTOB ist es ja nun anscheinend entsprechend angekommen. Für Reservierungen gibt es verschiedene Wege. Wenn ein Tag ausgebucht ist, dann eben nicht heute sondern nächste oder übernächste Woche, da wird es auch weiterhin Bedarf geben.
Obendrein kann ein Arzt nur X Personen in einer Zeit y sprechen. Klar kann man nun schreien "dann müssen mehr Ärzte die Termine betreuen", aber wie das so ist mit dem Personal heutzutage, man kann es sich nicht backen. Weder Ärzte, Mitarbeiter noch ehrenamtliche die nötig sind um Termine zu betreuen. Auch ohne sie funktioniert eine Spendetermin nicht.
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Apropos backen, da wäre ja auch noch der Imbiss für jeden Spender nach einer Spende, wie soll das mit den Vorräten funktionieren? Wenn es zu wenig ist wird genörgelt, dass man nichts mehr abbekommen hat. Frisch und qualitativ hochwertig soll es gleichzeitig auch noch sein, bitte keine Bockwurst im Toast - letzteres ist aber Ware wo man auch einfach mal problemlos etwas mehr von vorhalten kann im Gegensatz zu frischen, belegten Brötchen oder aufwendigen Speisen; die Überschüsse müssen dann am Schichtende entsorgt werden, wenn man zu großzügig vorgehalten hat.
Wer von Euch veranstaltet eine Party, ohne in der Einladung um Rückmeldung zu bitten? Auch Ihr wollt da vorher wissen, wie viele Personen eurer Freunde, Bekannten und Familie zusagen damit ihr entsprechend planen und ggf. einkaufen könnt oder beim Caterer eurer Wahl buchen.
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Ich denke das sind auch wesentliche Punkte und Kleinigkeiten, die man nie vergessen sollte wenn man kritisiert, dass man oder andere bei einem Spendetermin abgewiesen wurde.
Das Potentielle Blutspender wieder weggeschickt werden, wenn der Ansturm unerwartet hoch ist und die Mitarbeiter sehen, das sie nicht alle Blutspenden in der vorgesehenen Zeit abarbeiten können verstehe ich. Wenn das Argument aber ist, das es zu wenig Blutbeutel gibt, halte ich das für ein organisatorisches Versagen. Es sollte immer mindestens soviel Material mitgenommen werden, das es für den vorgesehenen Zeitraum ausreicht.
Um das mal klar zu stellen - ich habe nichts gegen Krititk, zumindest sofern sie fundiert, konstruktiv und nicht persönlich angreifend formuliert wird. Die Mitarbeiter dagegen "scharf!" (!) zu kritisieren, finde ich allerdings unangemessen. Um jemanden derart zu bewerten, sollte man erst mal ein paar Meilen in dessen Schuhen gegangen sein.
Ich halte es für wichtig, hier sauber zu bleiben: Wenn jemand eine Kritik als „unangemessen“ bezeichnet und diese Einschätzung explizit mit fehlender Erfahrung begründet – und Erfahrung wiederum implizit an die Anzahl der Blutspenden geknüpft wird –, dann ist das sehr wohl eine Abwertung der Argumente über die Person. Nicht juristisch im Sinne von „Meinungsfreiheit entzogen“, aber inhaltlich. Darauf hinzuweisen ist keine Polemik, sondern eine Klarstellung.
Und genau da liegt mein Einwand: Erfahrung lässt sich nicht seriös an der Zahl der geleisteten Blutspenden festmachen. Das ist eine extrem grobe und letztlich ungeeignete Messgröße. Jemand kann 30-mal gespendet haben und trotzdem keinerlei Einblick in Organisation, Personalplanung oder strukturelle Zwänge besitzen. Umgekehrt kann jemand mit medizinischem, organisatorischem oder ehrenamtlichem Hintergrund sehr wohl fundierte Kritik äußern, auch wenn er selbst nur selten oder gar nicht spenden konnte – aus Gründen, die man von außen schlicht nicht kennt.
Auch der Verweis auf „statistisch belegte jüngere Menschen“ überzeugt mich in diesem Zusammenhang nicht. Pauschale Zuschreibungen ersetzen keine Auseinandersetzung mit dem konkreten Argument. Komplexität ist kein exklusives Erkenntnisgut, das sich automatisch mit dem Alter oder der Anzahl an Teilnahmen erschließt, und Kritik ist nicht per se naiv, nur weil sie von außen kommt.
Natürlich ist es richtig, dass Systeme wie der Blutspendedienst komplex sind und dass gut gemeinte Änderungen unbeabsichtigte Folgen haben können. Genau deshalb sollte man Kritik prüfen – nicht anhand der Biografie des Kritikers, sondern anhand der Sache selbst. Ob eine Anmerkung berechtigt ist, entscheidet sich nicht daran, wer sie äußert, sondern was sie aussagt.
Kurz gesagt: Man kann Kritik für falsch, verkürzt oder unpraktikabel halten – völlig legitim. Aber sie als „unangemessen“ zu etikettieren, weil man der Person pauschal Erfahrung abspricht, führt die Diskussion weg von der Sache und hin zu persönlichen Zuschreibungen. Das hilft am Ende niemandem.
@ Besart:
"Eine Meinung zu Organisation, Kommunikation oder Zugänglichkeit darf jeder äußern. Meinungsfreiheit ist keine Belohnung für Verdienste. Niemand ist „mehr wert“ oder moralisch überlegen, nur weil er häufiger gespendet hat. Blutspenden ist wichtig, ja – aber es ist kein Wettbewerb und kein Argument, um andere Stimmen abzuwerten."
Niemand hat dir die Meinungsfreiheit streitig gemacht und Andrea-Esther hat deine Meinung weder abgewertet noch behauptet, du dürftest dich nicht kritisch äußern. Du argumentierst gegen etwas, was nie stattgefunden hat. Das nennt man in der Rhetorik: POLEMIK.
Sie sprach stattdessen von "unangemessen", und das ist ein sachlich begründetes Argument, denn dir fehlt scheinbar die Erfahrung. Viele Menschen (in der Sozialforschung statistisch belegbar: oftmals jüngere - ich schließe mich da durchaus ein) haben in der ersten Außensicht eines Prozesses oder einer Institution sehr klare Vorstellungen davon, wie eine Sache zu laufen hat und äußern sich sehr kritsch gegenüber den bestehenden Strukturen. Mit zunehmender Kenntnis in die Komplexität der Abläufe und der Zusammenhänge dämmert ihnen, dass es wohl doch nicht so einfach ist, irgendetwas zu ändern, ohne gleich das Ganze in Schieflage zu bringen.
Das nennt man ERFAHRUNG bzw. SACHKENNTNIS.
Die Unangemessenheit und Unsachlichkeit deiner sog. Kritik zeigst du auch dadurch eindrucksvoll, dass dir jede Erfahrung im Hintergrund des Blutspendewesens sowie deren Mitarbeiter/innen fehlt.
Da sind wir uns in einem Punkt völlig einig: Dort arbeiten Menschen. Menschen mit begrenzten Kapazitäten, mit Arbeitszeiten, Familien, Verpflichtungen und einem berechtigten Anspruch auf Feierabend und Erholung. Gerade weil immer weniger Ehrenamtliche da sind, ist ein respektvoller Umgang absolut notwendig – sowohl von Spendern als auch von der Organisation selbst. Das stelle ich überhaupt nicht infrage.
Was ich allerdings problematisch finde, ist, Kritik an Abläufen mit mangelndem Respekt gegenüber den Mitarbeitenden gleichzusetzen – oder sie an die Anzahl der geleisteten Blutspenden zu knüpfen. Es ist aus meiner Sicht unangebracht zu sagen: „Du hast erst einmal gespendet, also darfst du dich nicht kritisch äußern.“ Du kennst meinen Hintergrund nicht. Es kann gut sein, dass jemand zehnmal oder öfter spenden wollte und aus gesundheitlichen Gründen jedes Mal abgelehnt wurde. Macht das seine Perspektive weniger wert? Ich finde nicht.
Und selbst wenn jemand tatsächlich nur einmal oder noch gar nicht gespendet hat: Eine Meinung zu Organisation, Kommunikation oder Zugänglichkeit darf jeder äußern. Meinungsfreiheit ist keine Belohnung für Verdienste. Niemand ist „mehr wert“ oder moralisch überlegen, nur weil er häufiger gespendet hat. Blutspenden ist wichtig, ja – aber es ist kein Wettbewerb und kein Argument, um andere Stimmen abzuwerten.
Kritik an Strukturen oder Abläufen richtet sich nicht automatisch gegen die Mitarbeitenden vor Ort. Im Gegenteil: Oft kommt sie genau daher, weil man möchte, dass diese Menschen entlastet werden und das System besser funktioniert. Wenn wir jede Kritik sofort abblocken, weil sie unbequem ist oder von der „falschen Person“ kommt, hilft das weder den Ehrenamtlichen noch dem Blutspendedienst langfristig.
Respekt gegenüber den Mitarbeitenden und das Recht auf eine eigene Meinung schließen sich nicht aus – sie gehören zusammen
Niedersachsen
Moin, ich denke die Planung von Spendeterminen ist sehr komplex.
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Natürlich klingt es erstmal unangemesen, wenn Spender in Zeiten von Blutkonservenmangel heim geschickt werden, besonders wenn zuvor noch die Werbetrommel getrommelt wird.
Gleichzeitig sollte man aber auch bedenken, dass das DRK Interesse an konstanten Zahlen (Blutspenden) und somit Vorräte hat. Was nützt es, wenn nun alle diese Woche gehen und danach 8-12 Wochen ausfallen, weil sie aufgrund Mindestabständen nicht mehr spenden dürfen? Thrombozytenkonzentrate sind nur wenige Tage haltbar, die kann man sich nicht beiseite legen wie Plasma. Ich denke die mit den Terminen vorgegebene Kapazität hat auch für eine derartige Steuerung einen Sinn. Jedem steht es frei sich einen Termin, zu reservieren, auch kurzfristig, und selbst beim BSD NSTOB ist es ja nun anscheinend entsprechend angekommen. Für Reservierungen gibt es verschiedene Wege. Wenn ein Tag ausgebucht ist, dann eben nicht heute sondern nächste oder übernächste Woche, da wird es auch weiterhin Bedarf geben.
Obendrein kann ein Arzt nur X Personen in einer Zeit y sprechen. Klar kann man nun schreien "dann müssen mehr Ärzte die Termine betreuen", aber wie das so ist mit dem Personal heutzutage, man kann es sich nicht backen. Weder Ärzte, Mitarbeiter noch ehrenamtliche die nötig sind um Termine zu betreuen. Auch ohne sie funktioniert eine Spendetermin nicht.
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Apropos backen, da wäre ja auch noch der Imbiss für jeden Spender nach einer Spende, wie soll das mit den Vorräten funktionieren? Wenn es zu wenig ist wird genörgelt, dass man nichts mehr abbekommen hat. Frisch und qualitativ hochwertig soll es gleichzeitig auch noch sein, bitte keine Bockwurst im Toast - letzteres ist aber Ware wo man auch einfach mal problemlos etwas mehr von vorhalten kann im Gegensatz zu frischen, belegten Brötchen oder aufwendigen Speisen; die Überschüsse müssen dann am Schichtende entsorgt werden, wenn man zu großzügig vorgehalten hat.
Wer von Euch veranstaltet eine Party, ohne in der Einladung um Rückmeldung zu bitten? Auch Ihr wollt da vorher wissen, wie viele Personen eurer Freunde, Bekannten und Familie zusagen damit ihr entsprechend planen und ggf. einkaufen könnt oder beim Caterer eurer Wahl buchen.
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Ich denke das sind auch wesentliche Punkte und Kleinigkeiten, die man nie vergessen sollte wenn man kritisiert, dass man oder andere bei einem Spendetermin abgewiesen wurde.
Niedersachsen
Das Potentielle Blutspender wieder weggeschickt werden, wenn der Ansturm unerwartet hoch ist und die Mitarbeiter sehen, das sie nicht alle Blutspenden in der vorgesehenen Zeit abarbeiten können verstehe ich. Wenn das Argument aber ist, das es zu wenig Blutbeutel gibt, halte ich das für ein organisatorisches Versagen. Es sollte immer mindestens soviel Material mitgenommen werden, das es für den vorgesehenen Zeitraum ausreicht.
Bayern
Um das mal klar zu stellen - ich habe nichts gegen Krititk, zumindest sofern sie fundiert, konstruktiv und nicht persönlich angreifend formuliert wird. Die Mitarbeiter dagegen "scharf!" (!) zu kritisieren, finde ich allerdings unangemessen. Um jemanden derart zu bewerten, sollte man erst mal ein paar Meilen in dessen Schuhen gegangen sein.
Niedersachsen
Antwort an Peter A. B
Ich halte es für wichtig, hier sauber zu bleiben: Wenn jemand eine Kritik als „unangemessen“ bezeichnet und diese Einschätzung explizit mit fehlender Erfahrung begründet – und Erfahrung wiederum implizit an die Anzahl der Blutspenden geknüpft wird –, dann ist das sehr wohl eine Abwertung der Argumente über die Person. Nicht juristisch im Sinne von „Meinungsfreiheit entzogen“, aber inhaltlich. Darauf hinzuweisen ist keine Polemik, sondern eine Klarstellung.
Und genau da liegt mein Einwand: Erfahrung lässt sich nicht seriös an der Zahl der geleisteten Blutspenden festmachen. Das ist eine extrem grobe und letztlich ungeeignete Messgröße. Jemand kann 30-mal gespendet haben und trotzdem keinerlei Einblick in Organisation, Personalplanung oder strukturelle Zwänge besitzen. Umgekehrt kann jemand mit medizinischem, organisatorischem oder ehrenamtlichem Hintergrund sehr wohl fundierte Kritik äußern, auch wenn er selbst nur selten oder gar nicht spenden konnte – aus Gründen, die man von außen schlicht nicht kennt.
Auch der Verweis auf „statistisch belegte jüngere Menschen“ überzeugt mich in diesem Zusammenhang nicht. Pauschale Zuschreibungen ersetzen keine Auseinandersetzung mit dem konkreten Argument. Komplexität ist kein exklusives Erkenntnisgut, das sich automatisch mit dem Alter oder der Anzahl an Teilnahmen erschließt, und Kritik ist nicht per se naiv, nur weil sie von außen kommt.
Natürlich ist es richtig, dass Systeme wie der Blutspendedienst komplex sind und dass gut gemeinte Änderungen unbeabsichtigte Folgen haben können. Genau deshalb sollte man Kritik prüfen – nicht anhand der Biografie des Kritikers, sondern anhand der Sache selbst. Ob eine Anmerkung berechtigt ist, entscheidet sich nicht daran, wer sie äußert, sondern was sie aussagt.
Kurz gesagt: Man kann Kritik für falsch, verkürzt oder unpraktikabel halten – völlig legitim. Aber sie als „unangemessen“ zu etikettieren, weil man der Person pauschal Erfahrung abspricht, führt die Diskussion weg von der Sache und hin zu persönlichen Zuschreibungen. Das hilft am Ende niemandem.
Baden-Württemberg
@ Besart:
"Eine Meinung zu Organisation, Kommunikation oder Zugänglichkeit darf jeder äußern. Meinungsfreiheit ist keine Belohnung für Verdienste. Niemand ist „mehr wert“ oder moralisch überlegen, nur weil er häufiger gespendet hat. Blutspenden ist wichtig, ja – aber es ist kein Wettbewerb und kein Argument, um andere Stimmen abzuwerten."
Niemand hat dir die Meinungsfreiheit streitig gemacht und Andrea-Esther hat deine Meinung weder abgewertet noch behauptet, du dürftest dich nicht kritisch äußern. Du argumentierst gegen etwas, was nie stattgefunden hat. Das nennt man in der Rhetorik: POLEMIK.
Sie sprach stattdessen von "unangemessen", und das ist ein sachlich begründetes Argument, denn dir fehlt scheinbar die Erfahrung. Viele Menschen (in der Sozialforschung statistisch belegbar: oftmals jüngere - ich schließe mich da durchaus ein) haben in der ersten Außensicht eines Prozesses oder einer Institution sehr klare Vorstellungen davon, wie eine Sache zu laufen hat und äußern sich sehr kritsch gegenüber den bestehenden Strukturen. Mit zunehmender Kenntnis in die Komplexität der Abläufe und der Zusammenhänge dämmert ihnen, dass es wohl doch nicht so einfach ist, irgendetwas zu ändern, ohne gleich das Ganze in Schieflage zu bringen.
Das nennt man ERFAHRUNG bzw. SACHKENNTNIS.
Die Unangemessenheit und Unsachlichkeit deiner sog. Kritik zeigst du auch dadurch eindrucksvoll, dass dir jede Erfahrung im Hintergrund des Blutspendewesens sowie deren Mitarbeiter/innen fehlt.
Bayern
Hallo Catherina,
ich hoffe Dein Feedback ist eine Aufmunterung für diejenigen Blutspender die sich immer noch schwer tun mit einer Terminreservierung.
Niedersachsen
Terminreservierung ist keine Garantie dass man spenden kann. Ich wurde auch mal wegen zu wenig Blutbeutel weggeschickt - trotz Termin.
Niedersachsen
Antwort an Andrea-Esther C
Da sind wir uns in einem Punkt völlig einig: Dort arbeiten Menschen. Menschen mit begrenzten Kapazitäten, mit Arbeitszeiten, Familien, Verpflichtungen und einem berechtigten Anspruch auf Feierabend und Erholung. Gerade weil immer weniger Ehrenamtliche da sind, ist ein respektvoller Umgang absolut notwendig – sowohl von Spendern als auch von der Organisation selbst. Das stelle ich überhaupt nicht infrage.
Was ich allerdings problematisch finde, ist, Kritik an Abläufen mit mangelndem Respekt gegenüber den Mitarbeitenden gleichzusetzen – oder sie an die Anzahl der geleisteten Blutspenden zu knüpfen. Es ist aus meiner Sicht unangebracht zu sagen: „Du hast erst einmal gespendet, also darfst du dich nicht kritisch äußern.“ Du kennst meinen Hintergrund nicht. Es kann gut sein, dass jemand zehnmal oder öfter spenden wollte und aus gesundheitlichen Gründen jedes Mal abgelehnt wurde. Macht das seine Perspektive weniger wert? Ich finde nicht.
Und selbst wenn jemand tatsächlich nur einmal oder noch gar nicht gespendet hat: Eine Meinung zu Organisation, Kommunikation oder Zugänglichkeit darf jeder äußern. Meinungsfreiheit ist keine Belohnung für Verdienste. Niemand ist „mehr wert“ oder moralisch überlegen, nur weil er häufiger gespendet hat. Blutspenden ist wichtig, ja – aber es ist kein Wettbewerb und kein Argument, um andere Stimmen abzuwerten.
Kritik an Strukturen oder Abläufen richtet sich nicht automatisch gegen die Mitarbeitenden vor Ort. Im Gegenteil: Oft kommt sie genau daher, weil man möchte, dass diese Menschen entlastet werden und das System besser funktioniert. Wenn wir jede Kritik sofort abblocken, weil sie unbequem ist oder von der „falschen Person“ kommt, hilft das weder den Ehrenamtlichen noch dem Blutspendedienst langfristig.
Respekt gegenüber den Mitarbeitenden und das Recht auf eine eigene Meinung schließen sich nicht aus – sie gehören zusammen