Ich verstehe nicht warum die Menschheit so unzufrieden ist und die ganze Zeit sich nur beschwert. Ich gehe Blutspenden weil ich Menschen helfen will, ohne Erwartung! Einfach so. Ich freue mich natürlich auf einen Kaffee und ein Paar Wiener, mehr brauche ich nicht. Ich wünsche mir mehr Dankbarkeit auf der Welt und weniger Gier.
Niedersachsen
@Martin: Vollkommen richtig! Genitiv wäre richtig gewesen. Hochdeutsch ist meine erste Fremdsprache und ich spreche und schreibe manche Dinge manchmal absichtlich falsch. Min Mudderspraak is Plattdüütsch, wo de Genitiv nich bruukt warrt.
Niedersachsen
Ich gehe seit 30 Jahren Blut spenden – wegen dem Imbiss, gemeinsam mit Freunden. Wir schätzen das anschließende Zusammensitzen sehr. Das hat nichts mit Gier zu tun, zumal dieses Angebot bewusst gemacht wird. Laut einer aktuellen Umfrage sehen 70 % der Befragten den Imbiss als Wertschätzung und Anreiz – und das ist allemal besser, als gar nicht zu spenden oder? Wer das kritisch sieht, kann dazu gern Stellung beziehen. Allerdings handeln auch die Blutspendedienste nicht ausschließlich aus reiner Barmherzigkeit.
Bayern
Liebe Caroline,
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wenn ich dich zu mir bitten würde, weil ich was von dir will, mit dem ich dann eventuell sogar noch einen Verdienst machen möchte und dir ankündige "zum Dank mach ich dir einen leckeren Imbiss" - würdest du dich darauf freuen oder nicht? Und wenn ich dir dann 'ne halbe Schnitte Brot mit Margarine und einer Scheibe Billigsalami vom Discounter hinstellen würde und einen Becher verdünntes Saftkonzentrat, wäre das dann OK für dich? Oder würdest du dich für eine Tasse Kaffee oder Tee und eine mit Liebe vorbereitete Brotzeit aus gesunden Zutaten vielleicht doch mehr freuen? Du kommst auf eigene Kosten zu mir, erweist mir einen Dienst, ich mach Profit damit und speise dich mit einer 80-Cent-Kleinigkeit ab, die von "gesund" oder "lecker" ziemlich weit entfernt ist?
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Mal im Ernst: bei jeder Terminankündigung schreibt das Rote Kreuz vollmundig "freuen Sie sich auf einen leckeren Imbiss" oder "freuen Sie sich auf ein leckeres Lunchpaket". Und ich habe bereits im Kindergarten gelernt "was man verspricht, soll man auch halten".
Thüringen
Ich habe auch eine eher intrinsische Motivation, Blut zu spenden (wobei meine Gründe sowohl altruistisch als auch egoistisch sind). Um Essen, Geschenke oder Gutscheine geht es mir nicht. Wenn es etwas zum Essen/Mitnehmen gibt, schön – wenn nicht, auch kein Drama. Allerdings lassen sich Menschen nun mal von ganz unterschiedlichen Dingen motivieren und demotivieren. Ich erwarte gar nicht, dass alle gleich ticken – auch Blutspender sind ja keine homogene Masse. Mit "Menschen helfen ohne Erwartung" kannst Du gar nicht alle Spender abdecken bzw. ansprechen.
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Außerdem habe ich auch den Eindruck, dass es manchmal nicht nur um die materiellen oder kulinarischen Vorteile an sich geht, sondern teilweise auch um das Gefühl, dass der eigene Einsatz nicht gewertschätzt wird. (Ob nun zurecht oder nicht.) Bei einem trockenen Brötchen kommt bei manchen wohl einfach der Gedanke auf "okay, soviel bin ich als Spender also wert, man gibt sich gar keine Mühe"... Auch wenn ich selber kein Essen brauche, um Blutspenden als sinnvoll zu erleben und die von Dir angesprochene Dankbarkeit bei mir durchaus ein Thema ist, kann ich anderen das Gefühl der Enttäuschung schlecht absprechen.
Brandenburg
Ich bin ganz (!) bei Dir, Caroline🩸
Nordrhein-Westfalen
@Peter A. B: Ich gebe dir vollkommen Recht 👍😏🩸
Baden-Württemberg
Hallo Caroline,
ich verstehe, was du sagen willst, und fast alle von uns teilen sicherlich deine Motivation zum Spenden, auch wenn du mit "die Menschheit" sehr weit über das Ziel hinausschießt.
Aber versuche doch bitte auch einmal, die Geschichte von der anderen Seite zu sehen - von der DRK-Seite. Da sollte doch auch gelten: "Mehr Dankbarkeit und weniger Gier." Denn das DRK und seine Partnerorganisationen verkaufen die Blutbestandteile an Krankenhäuser und die pharmazeutische Industrie. Daran ist nichts Ehrenrühriges, denn daraus werden zahlreiche Unkosten gedeckt.
ABER: Wenn Spender/innen damit gelockt werden, dass es hinterher zur Stärkung "einen leckeren Imbiss" geben soll, dann dürfen diese Spender/innen den auch erwarten - als versprochenes Zeichen der Wertschätzung, Dankbarkeit und Anerkennung, nicht aus Gier. Wenn dann aber ein trockenes Brötchen und Industriekäse im Wert von 0,80 - 1 € angeboten wird, dann ist die Ernüchterung und die Frage nach der Wertschätzung und Dankbarkeit durchaus verständlich, finde ich.