Was für Vorteile gibt es wirklich beim Blutspenden?
Neulich war ich Blutspenden und da meinte mir die Kollegin die mir das Blut abgenommen hat „eigentlich nicht viel“ obwohl man im internet das Gegenteil liest?
Komische Frage. Dein Blut landet bei jemandem, der es zum Überleben eines Unfalls, einer Krankheit oder einer Operation braucht.
Das ist doch ein Riesenvorteil für denjenigen.
Leben retten mit der Blutspende finde ich durchaus einen Vorteil. Es gibt Menschen, die engagieren sich bei der Feuerwehr und Rettungsdienst. Aber um ein Held zu sein, muß man nicht in ein brennendes Haus rennen. Es gibt viele stille Helden, nämlich unter anderem die, die Blut spenden.
Mit deinen Überlegungen triffst du genau den Punkt, Claudia. Da bin ich ganz bei dir. Es ist die mittelbare Versorgung, die du mit der eigenen Spende sicherstellst, nicht die unmittelbare.
Du füllst sozusagen das Reservoir deiner Blutgruppe, aus dem im Falle des Falles für dich geschöpft wird.
@ Team BaWü-Hessen:
Ich habe diesen Grund, der auch in dem verlinkten Artikel steht, den man aber auch so immer mal wieder hört, ehrlich gesagt nie so wirklich verstanden:
"Du stützt das System
(...) Mit einer Blutspende deckst Du auch Dein eigenes Risiko ab. Indem Du uns hilfst, die Versorgung zu gewährleisten, stellst Du sicher, dass im Notfall auch ausreichend Blutkonserven von Deiner Blutgruppe zur Verfügung stehen – denn jeder dritte Mensch braucht im Leben einmal Blut. Es könnte auch Dich treffen."
Das Argument, dass meine eigene Blutspende meiner eigenen Versorgung hilft, würde doch nur zutreffen, wenn ich mein eigenes Blut im Notfall zurückbekomme. Das ist aber, außer bei Eigenblutspenden, nicht der Fall.
Oder es würde auch zutreffen, wenn meine Blutspenden andere Menschen, die eine für mich passende Blutgruppe haben, dazu motivieren, ebenfalls spenden zu gehen und ich dann dieses Blut bekomme. Also quasi wenn ich meine Versorger rekrutieren würde.
Sonst sehe ich aber nicht, wie ich durch's Spenden mein eigenes Risiko abdecken könnte. "Das System stützen" bringt mir ein gutes Gefühl, da ich unser Gesundheitssystem schätze und ich sinnvolle Dinge gerne am Laufen halten möchte – aber d.h. doch nicht, dass durch meinen eigenen Einsatz genug Konserven meiner Blutgruppe für mich zur Verfügung stehen. Ich profitiere davon, wenn andere zur Versorgung beitragen, nicht wenn ich selbst es tue. Ô.o
Kommt darauf an, in welchem Bereich man Vorteile sucht. Die häufigsten Vorteile der Blutspende für den Spender sind vermutlich emotionaler bzw. ideeller Natur: Es fühlt sich irgendwie gut an.
Entweder, weil es einen erfüllt, Menschen zu helfen. Man fühlt mit ihnen mit und möchte Leid mindern. Oder weil man den Anspruch an sich hat, ein solidarischer Mensch zu sein, der sich für sein Umfeld einsetzt, und man zufrieden ist, wenn man den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Oder weil es einem gefällt, einen Unterschied zu machen und etwas sinnvolles zu bewirken. Oder weil man dankbar für eine eigene medizinische Behandlung, die man mal bekommen hat, ist und es sich richtig anfühlt, etwas zurückzugeben.
Andere sehen Blutspenden als nette Abwechslung – und wenn man dann noch mit Freunden hingeht, vielleicht auch als eine Art Social Event. Wieder andere freuen sich über die Anerkennung ihres Umfeldes.
Also Spenden kann sich aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr sinnstiftend anfühlen. Das ist kein allgemeingültiger Vorteil, weil ja jeder anders empfindet und andere Werte hat, aber es ist dennoch ein realer emotionaler/mentaler Nutzen für den Spender.
Manchen Spendern ist auch der Gesundheitscheck wichtig. Hier kann das Blut häufiger untersucht werden als es bei normalen Vorsorgechecks der Fall ist. Dann heißt es noch, dass Blutspenden einen positiven Effekt auf den eigenen Blutdruck haben soll. (Wobei ich nicht weiß, ob das stimmt.) Und: Spenden führt auch zur schnelleren Erneuerung der Blutkörperchen, was wohl anscheinend auch irgendwie gut sein soll.
Wobei ich nicht glaube, dass diese medizinischen Vorteile wirklich gravierend sind, aber wenn einem das wichtig ist, dann ist das auch eine Motivation. Und bisschen bringt es vielleicht wirklich.
Spendet man Plasma oder Thrombozyten – oder außerhalb des DRK auch Vollblut – kann auch die Aufwandsentschädigung ein Vorteil sein. (Allerdings müsste man dann den Aufwand noch gegenrechnen, klar.) Ebenso der Imbiss, den man sich dann nicht selbst zubereiten muss. Also falls einer da ist.
Die Medizinische Hochschule Hannover hat übrigens mal eine Umfrage unter ihren Blutspendern durchgeführt, die ich recht interessant fand. Die Top 3 Motivationen, zur Blutspende zu gehen (Mehrfachnennung möglich), waren:
1. Gutes tun und sich sozial engagieren mit 35%,
2. regelmäßiger Gesundheitscheck mit 22%,
3. Aufwandsentschädigung mit 19%.
Und Blutspenden muss ja auch nicht viele Vorteile haben. Auch wenn man vielleicht nur einen oder zwei Vorteile sieht, kann einem das so wichtig sein, dass man deshalb spenden geht.
"Lutz B
Hessen
15.07.2026, 11:45 Uhr
Was man nicht bemerkt ist die anschließende Blutuntersuchung. Leider bekommt man dazu keine weiteren Informationen. Untersucht werden u.a. Anzeichen die auf Entzündungen, Krebszellen usw. hinweisen.
Man nimmt auch stark an, dass der Alterungsprozess verlangsamt wird."
.
Das stimmt so nicht ganz. Es wird auf diverse Viren wie Hepatitis, HIV, ... untersucht, nicht aber auf Entzündungswerte, Tumormarker oder Krebszellen. Auch wird kein Blutbild erstellt - weder "klein" noch "groß". Für solche Untersuchungen sind eher die Haus- und Fachärzte zuständig.
Was man nicht bemerkt ist die anschließende Blutuntersuchung. Leider bekommt man dazu keine weiteren Informationen. Untersucht werden u.a. Anzeichen die auf Entzündungen, Krebszellen usw. hinweisen.
Man nimmt auch stark an, dass der Alterungsprozess verlangsamt wird.
Lutz, 71 Jahre, 65 unbezahlte Spenden
Rheinland-Pfalz
Komische Frage. Dein Blut landet bei jemandem, der es zum Überleben eines Unfalls, einer Krankheit oder einer Operation braucht.
Das ist doch ein Riesenvorteil für denjenigen.
Niedersachsen
Leben retten mit der Blutspende finde ich durchaus einen Vorteil. Es gibt Menschen, die engagieren sich bei der Feuerwehr und Rettungsdienst. Aber um ein Held zu sein, muß man nicht in ein brennendes Haus rennen. Es gibt viele stille Helden, nämlich unter anderem die, die Blut spenden.
Baden-Württemberg
Mit deinen Überlegungen triffst du genau den Punkt, Claudia. Da bin ich ganz bei dir. Es ist die mittelbare Versorgung, die du mit der eigenen Spende sicherstellst, nicht die unmittelbare.
Du füllst sozusagen das Reservoir deiner Blutgruppe, aus dem im Falle des Falles für dich geschöpft wird.
Thüringen
@ Team BaWü-Hessen:
Ich habe diesen Grund, der auch in dem verlinkten Artikel steht, den man aber auch so immer mal wieder hört, ehrlich gesagt nie so wirklich verstanden:
"Du stützt das System
(...) Mit einer Blutspende deckst Du auch Dein eigenes Risiko ab. Indem Du uns hilfst, die Versorgung zu gewährleisten, stellst Du sicher, dass im Notfall auch ausreichend Blutkonserven von Deiner Blutgruppe zur Verfügung stehen – denn jeder dritte Mensch braucht im Leben einmal Blut. Es könnte auch Dich treffen."
Das Argument, dass meine eigene Blutspende meiner eigenen Versorgung hilft, würde doch nur zutreffen, wenn ich mein eigenes Blut im Notfall zurückbekomme. Das ist aber, außer bei Eigenblutspenden, nicht der Fall.
Oder es würde auch zutreffen, wenn meine Blutspenden andere Menschen, die eine für mich passende Blutgruppe haben, dazu motivieren, ebenfalls spenden zu gehen und ich dann dieses Blut bekomme. Also quasi wenn ich meine Versorger rekrutieren würde.
Sonst sehe ich aber nicht, wie ich durch's Spenden mein eigenes Risiko abdecken könnte. "Das System stützen" bringt mir ein gutes Gefühl, da ich unser Gesundheitssystem schätze und ich sinnvolle Dinge gerne am Laufen halten möchte – aber d.h. doch nicht, dass durch meinen eigenen Einsatz genug Konserven meiner Blutgruppe für mich zur Verfügung stehen. Ich profitiere davon, wenn andere zur Versorgung beitragen, nicht wenn ich selbst es tue. Ô.o
Oder übersehe ich da etwas?
Thüringen
Kommt darauf an, in welchem Bereich man Vorteile sucht. Die häufigsten Vorteile der Blutspende für den Spender sind vermutlich emotionaler bzw. ideeller Natur: Es fühlt sich irgendwie gut an.
Entweder, weil es einen erfüllt, Menschen zu helfen. Man fühlt mit ihnen mit und möchte Leid mindern. Oder weil man den Anspruch an sich hat, ein solidarischer Mensch zu sein, der sich für sein Umfeld einsetzt, und man zufrieden ist, wenn man den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Oder weil es einem gefällt, einen Unterschied zu machen und etwas sinnvolles zu bewirken. Oder weil man dankbar für eine eigene medizinische Behandlung, die man mal bekommen hat, ist und es sich richtig anfühlt, etwas zurückzugeben.
Andere sehen Blutspenden als nette Abwechslung – und wenn man dann noch mit Freunden hingeht, vielleicht auch als eine Art Social Event. Wieder andere freuen sich über die Anerkennung ihres Umfeldes.
Also Spenden kann sich aus ganz unterschiedlichen Gründen sehr sinnstiftend anfühlen. Das ist kein allgemeingültiger Vorteil, weil ja jeder anders empfindet und andere Werte hat, aber es ist dennoch ein realer emotionaler/mentaler Nutzen für den Spender.
Manchen Spendern ist auch der Gesundheitscheck wichtig. Hier kann das Blut häufiger untersucht werden als es bei normalen Vorsorgechecks der Fall ist. Dann heißt es noch, dass Blutspenden einen positiven Effekt auf den eigenen Blutdruck haben soll. (Wobei ich nicht weiß, ob das stimmt.) Und: Spenden führt auch zur schnelleren Erneuerung der Blutkörperchen, was wohl anscheinend auch irgendwie gut sein soll.
Wobei ich nicht glaube, dass diese medizinischen Vorteile wirklich gravierend sind, aber wenn einem das wichtig ist, dann ist das auch eine Motivation. Und bisschen bringt es vielleicht wirklich.
Spendet man Plasma oder Thrombozyten – oder außerhalb des DRK auch Vollblut – kann auch die Aufwandsentschädigung ein Vorteil sein. (Allerdings müsste man dann den Aufwand noch gegenrechnen, klar.) Ebenso der Imbiss, den man sich dann nicht selbst zubereiten muss. Also falls einer da ist.
Die Medizinische Hochschule Hannover hat übrigens mal eine Umfrage unter ihren Blutspendern durchgeführt, die ich recht interessant fand. Die Top 3 Motivationen, zur Blutspende zu gehen (Mehrfachnennung möglich), waren:
1. Gutes tun und sich sozial engagieren mit 35%,
2. regelmäßiger Gesundheitscheck mit 22%,
3. Aufwandsentschädigung mit 19%.
Und Blutspenden muss ja auch nicht viele Vorteile haben. Auch wenn man vielleicht nur einen oder zwei Vorteile sieht, kann einem das so wichtig sein, dass man deshalb spenden geht.
Bayern
"Lutz B
Hessen
15.07.2026, 11:45 Uhr
Was man nicht bemerkt ist die anschließende Blutuntersuchung. Leider bekommt man dazu keine weiteren Informationen. Untersucht werden u.a. Anzeichen die auf Entzündungen, Krebszellen usw. hinweisen.
Man nimmt auch stark an, dass der Alterungsprozess verlangsamt wird."
.
Das stimmt so nicht ganz. Es wird auf diverse Viren wie Hepatitis, HIV, ... untersucht, nicht aber auf Entzündungswerte, Tumormarker oder Krebszellen. Auch wird kein Blutbild erstellt - weder "klein" noch "groß". Für solche Untersuchungen sind eher die Haus- und Fachärzte zuständig.
DRK-Blutspendedienst
Hallo Baris,
hier kannst Du nachlesen, welche Vorteile eine Blutspende - auch für Dich - hat.
Link: (Achtung: Externer Link) https://www.blutspende.de/magazin/von-a-bis-0/blut-spenden-vorteile-und-gute-gruende
Hessen
Was man nicht bemerkt ist die anschließende Blutuntersuchung. Leider bekommt man dazu keine weiteren Informationen. Untersucht werden u.a. Anzeichen die auf Entzündungen, Krebszellen usw. hinweisen.
Man nimmt auch stark an, dass der Alterungsprozess verlangsamt wird.
Lutz, 71 Jahre, 65 unbezahlte Spenden