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Markus H Bayern

26Vollblut
BISHER GESPENDET
14.06.2021, 09:38 Uhr

hallo Leute,
auf welche STI (sexuell übertragbare Krankheiten) wird das Blut beim Check, bzw. bei jede Spende untersucht?
ist das ausreichend, für ungeschützten GV?
außerdem kann man ja sowieso voraussetzen, dass jeder Spender nicht mit Risiko Personen verkehrt.
Bin gespannt auf eure Meinungen, besser noch Fakten.
Grüße, Marko.

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Team Bayern
Blutspendedienst des BRK14.06.2021, 17:34 Uhr

Hallo Markus,
danke für Deine Rückmeldung!
Wie bereits erwähnt, sieht der Richtliniengeber an dieser Stelle keine Einzelfallprüfung von Beziehungsstatus oder Identität vor, sondern bezieht sich auf Personengruppen mit statistisch gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöhtem Risiko, an Infektionskrankheiten zu erkranken, das kannst Du gerne hier im Detail nachlesen: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Blut/MSM/msm_inhalt.html. Diese Richtlinien schreiben unter anderem eine 12-monatige Rückstellpflicht vor für Männer, die Sex mit Männern haben, oder für Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern (mehr als 3 in den vergangenen 12 Monaten).
Jede Blutspende wird auf Infektionsmarker für die viralen HIV-, Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Infektionen und die bakterielle Syphilis-Infektion getestet, insofern erübrigt sich Deine Frage bzgl. eines Tests im Rahmen der Blutspende. Die verwendeten Tests sind heute äußerst zuverlässig, jedoch besteht eben zu Beginn einer Infektion das Risiko, dass sich noch keine Antikörper im Blut nachweisen lassen, weil diese Abwehrstoffe erst gebildet werden. Ein weiteres Risiko besteht, wenn Erreger mutieren und durch die Standardtests nicht mehr nachgewiesen werden können.
Für alle weiteren Anliegen hierzu kann und will ich Dich gerne an die zuständigen Bundesbehörden verweisen. Und ich möchte nochmals betonen, dass wir die aktuelle von den zuständigen Bundesbehörden beschlossene Überprüfung dieser Vorgaben für gut und richtig halten und erwarten, dass daraus eine sichere, für alle Seiten zufriedenstellende sowie in der alltäglichen Umsetzung praktikable Lösung resultiert.
Wir sind täglich für die Blutspende Bayern im Einsatz und beantworten hier und an anderer Stelle Eure Fragen und Anliegen rund um das Thema Blutspende. Selbstverständlich arbeiten wir hierbei auch mit Antwortvorlagen - von Anfragen zum nächsten Blutspendetermin über die Zulassungskriterien zur Blutspende bis hin zur Unterstützung bei der Terminreservierung für die nächste Blutspende.
Viele Grüße, Lisa vom BSD

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Markus H
Bayern14.06.2021, 16:46 Uhr

hallo Lisa,
danke für deine lange Antwort. Ich bin grad etwas schockiert, das hier alle Schwulen in einen Topf geworfen werden!
Du hast vielleicht Recht mit der Statistik, aber in der Gruppe "...Männer, die Sex mit Männern haben", gibt es sehr viele, die in einer so treuen Beziehung leben, da könnte sich manche hetero-Ehe was abschauen. ich finde das äußerst diskiminierend!
Der Teil deiner Antwort scheint mir copy/paste aus einem anderen Thread, ich erinner mich grad, diese Diskussion schon mal gehört zu haben, egal. (ich bin übrigens hetero).

Lisa, bitte nochmal zurück zu meiner Frage: wäre ein Test im Rahmen der Blutspende (von beiden Partnern) plus ein ausreichender zeitlicher Abstand zur letzten potentiellen Ansteckung ausreichend oder nicht für ungeschützten GV?
Grüße, Marko.

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Markus H
Bayern14.06.2021, 16:31 Uhr

hallo Andrea-Esther,
es ist doch selten alles nur schwarz oder weiß. Ich formuliere meine Frage mal andersrum: nimm doch mal an, du wärst erst irgendwo auf dem Weg in eine (vielleicht) lange und monogame Beziehung. Wann bzw. unter welcher Voraussetzung würdest du Sex ohne Kondom für richtig finden ?
was sollte ich, bei welchem Arzt, alles testen lassen? vor 20 Jahren oder so ging es nur um HIV, jetzt gibts eine ganze Liste STIs. wäre ein Test im Rahmen der Blutspende plus ein ausreichender zeitlicher Abstand zur letzten potentiellen Ansteckung ausreichend oder nicht?

Andrea-Esther C
Bayern14.06.2021, 13:01 Uhr

ähm ... ungeschützter GV ist außerhalb einer festen, dauerhaften Beziehung eigentlich nicht besonders schlau - du weißt ja nie, was dein/e Partner/in so alles im Gepäck hat und wie sie/er es so hält mit Schutzvorkehrungen.
"außerdem kann man ja sowieso voraussetzen, dass jeder Spender nicht mit Risiko Personen verkehrt" ... das ist eine gewagte Behauptung, denn du kannst deinem Partner / deiner Partnerin nur vor den Kopf schauen und weißt nicht, welche Risiken sie/er bislang eingegangen ist und noch bereit ist, in Zukunft einzugehen. "Fremdgehen" ist verbreiteter als man glauben möchte, nur so als Beispiel.

Team Bayern
Blutspendedienst des BRK14.06.2021, 10:47 Uhr

Hallo Markus,
danke für Deinen Beitrag und Dein Engagement für die Blutspende!
Jede Blutspende wird auf Infektionsmarker für die viralen HIV-, Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Infektionen und die bakterielle Syphilis-Infektion getestet. Die verwendeten Tests sind heute äußerst zuverlässig, jedoch besteht zu Beginn einer Infektion das Risiko, dass sich noch keine Antikörper im Blut nachweisen lassen, weil diese Abwehrstoffe erst gebildet werden. Ein weiteres Risiko besteht, wenn Erreger mutieren und durch die Standardtests nicht mehr nachgewiesen werden können.
Die Vorgaben für die Spenderauswahlkriterien erfolgen durch die Bundesärztekammer in Abstimmung mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und sind für uns als Blutspendedienst bindend. Es gibt Fälle, in denen Spendewillige nach dem Ausfüllen des Fragebogens sowie bei der Untersuchung des Arztes dauerhaft oder temporär von der Blutspende zurückgestellt werden. Dies erfolgt beispielsweise nach einem Aufenthalt in bestimmten Urlaubsregionen oder bei Einnahme bestimmter Medikamente. Neben Vorerkrankungen spielen auch Lebensgewohnheiten und Sexualverhalten eine Rolle. Diese Richtlinien schreiben unter anderem eine 12-monatige Rückstellpflicht vor für Männer, die Sex mit Männern haben, oder für Personen mit häufig wechselnden Sexualpartnern (mehr als 3 in den vergangenen 12 Monaten): https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Blut/MSM/msm_inhalt.html
Entscheidungsgrundlage ist keine Einzelfallprüfung von Beziehungsstatus oder Identität, sondern bezieht sich auf Personengruppen mit statistisch gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöhtem Risiko, an Infektionskrankheiten zu erkranken. Laut Robert Koch-Instituts entfallen beispielsweise ca. 70 % der jährlichen Neuinfektionen mit HIV auf die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben. Diese Gruppe macht ca. 3 - 5% der Gesamtbevölkerung aus und hat damit ein statistisch höheres Infektionsrisiko.
Von den zuständigen Bundesbehörden wurde übrigens eine Überprüfung dieser Vorgaben beschlossen, das halten wir für gut und richtig.
Wir erwarten, dass daraus eine sichere, für alle Seiten zufriedenstellende sowie in der alltäglichen Umsetzung praktikable Lösung resultiert.
Viele Grüße, Lisa vom BSD

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