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Frank K Nordrhein-Westfalen

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BISHER GESPENDET
09.02.2022, 12:21 Uhr

Hallo, mein Bruder ist an Leukämie erkrankt. Es gab Anzeichen, das mit seinem Körper irgendwas nicht stimmt. Diese hat er aber verdrängt. Naja, dann ist er auf Druck von mir doch zum Arzt. Man brachte ihn in eine onkologiesche Klinik, einenTag später lag die Diagnose vor, akute myeloische Leukämie. Jetzt nahm alles seinen Lauf. Er unterzog sich einer Chemotherapie und vielen anderen unangenehme Untersuchungen.
Ich ließ mich meinerseits Typisieten. Ich kann euch sagen, das waren die längsten Tage und Nächte meine Lebens, bis das Ergebnis da war. Das warten hat sich gelohnt, es gibt eine Übereinstimmung von 100%, was bei Geschwister eher unüblich ist. Ich war so stolz, ihm die gute Nachricht persönlich im Krankenhaus zu überbringen. Ich habe den riesigen Stein fallen hören und er schämte sich wegen seiner Tränen. Dann brach es aus ihm heraus und erzähle meiner Frau und mir, das die Angst, sterben zu müssen, allgegenwärtig war und keine positiven Gedanken mehr zu ließ.
Dann eine Woche später wurde es auch für mich ernst. Es fanden eine große Anzahl von Untersuchungen statt, ob ich überhaupt Stammzellenspendefähig bin. Das war ich dann auch. Zum Schluß erfolgte die Aufgeklärung, über den Ablauf, Risiken und Nebenwirkungen der Stammzellenspende. Mein Bruder ist seid dem 03.02. in Quarantäne. Sein Immunsystem und Stammzellen werden, wie ich es sage, jetzt kaputt gemacht. Vergangenen Sonntag ging es dann auch bei mir los. Ich muß bis zum Spendetag am 10.02. jeden Tag 2 kleine Spritzen mir in die Bauchdecke ( ähnlich bei Diabetes) spritzen, sodass mein Knochenmark übermäßig Stammzellen produziert und dann ins Blut abgibt. Diese werden am Spendetag in einer 3 - 5 Stündigen Sitzung aus meinem Blut herausgefiltert. Am Folgetag bekommt die mein Bruder dann Transplantatiert und hoffentlich Anwachsen. Dies kann bis zu 2 Monaten dauern.

Leute ich kann euch nur sagen, lasst euch Typisieren, denn einem Menschen das Leben zu retten, ist ein unbeschreibliches gutes Gefühl. Alle Strapazen sind dann vergessen. Ich habe viele Leukämiekranke in den letzten 3 Wochen in Ihren Krankenhauszimmern gesehen. Es waren Menschen jeden alters und alle warten auf einen Spender. Es ist furchtbar, in die verzweifelten, blassen, vielleicht sogar sterbenden Gesichter zusehen.
Mein Bruder hatte 6 richtige, das ich zu 100% passe, trotzdem hat er die Hölle durchgemacht bzw. macht sie noch durch.
Alle die das jetzt gelesen haben, laßt euch Typisieren. Ihr werdet dafür belohnt werden.

Ein großes Dankeschön an das onkologischen Betreuungsteam der UKB - Bonn und natürlich meiner Frau (selbst MTLA), die meine Familie und mich zu jeder Zeit, unterstützt haben.

-------------------NACHTRAG--------------
Mein Bruder ist am 14.09.2022 gestorben. Die Stammzellentranslation hat hervorragend angeschlagen. Er ging fast ohne Nebenwirkungen dadurch, er hatte wieder Lebensmut und Ehrgeiz wie früher. Dann im Juli bekannt er Erbrechen und Durchfall. Was war passiert. Nach fast einer Woche täglicher Untersuchungen war klar, er hatte sich einen multiresistenten Keim eingefangen, der immer wieder und bösartiger Mutierte, sodass kein Antibiotika mehr anschlug. Er hat 10 Wochen dagegen gekämpft. Ihm ist in der Zeit nichts erspart geblieben. Auf der Intensivstation war er ein besonderer Patient. Die Ärzte und Krankenpfleger sagen uns immer wieder, das mein Bruder einen wahnsinnigen Lebenswillen hat. Es gibt nicht viele, die dieses Mythürium so lange durchgehalten haben. In den letzten Tagen bekam er noch einen Darmverschluß, sodas sich sein Gesundheitszustand drastisch verschlechterte. Die verantwortlichen Ärzte teilten uns mit, es sei Redebedarf. Wir fuhren sofort ins Krankenhaus. Wir unterhielten uns lange mit den Ärzten und überlegten, wie wir das Leben meines Bruders retten können. Die einzige Möglichkeit war, ihn sofort zu Operieren, er aber die OP nicht überleben würde. Zusätzlich waren fast alle inneren Organe in Mitleidenschaft gezogen und drohten jeder Zeit zu Versagen. Die Leukämie hatte er besiegt, der Krebs war Weg. Letztlich hat ein multiresistenter Keim ihm das Leben gekostet. Es gab keine Aussicht auf vollständige Genesung mehr. Auf raten der Ärzte, haben wir alle entschieden, die lebenserhaltenden Medikamente zureduzieren. Mein Bruder war in dem Moment, wo sein Herz aufhörte zu schlagen nicht alleine, seine Frau, sein Sohn und ich waren bei Ihm .
Mein Bruder ist friedlich um 17:50 Uhr eingeschlafen.

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Vanessa P
Niedersachsen
26.09.2022, 11:31 Uhr

Tut mir leid das lesen zu müssen. Mein Beileid! Viel Kraft für dich für die kommende Zeit.

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Juri N
Sachsen
09.06.2022, 22:21 Uhr

Hallo Frank,
eine sehr schöne Geschichte. Ich bin seit über 20 Jahre typisiert, habe davon ab und zu geträumt auch ein Held wie du zu sein. Die Bereitschaft zählt! Deshalb sollte man auch über Organspende nachdenken. Dir und deinem Bruder alles Gute.

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Kirsten B
Baden-Württemberg
19.02.2022, 19:50 Uhr

Ich kann dass alles nur zu gut nachempfinden. Vor 12 Jahren habe ich meinem Bruder Stammzellen gespendet. Es war zwar nicht so angenehm, da die grippeähnlichen Symptome bei mir ziemlich durchkqmen - aber ich würde es wieder machen, wenn ich dadurch Leben retten kann! Meinem Bruder hat es übrigens letztendlich nicht geholfen, er ist 4 Monate nach der Übertragung gestorben.
Bei der DKMS bin ich schon ungefähr 30 Jahre registriert, wurde in den ersten 10 Jahren 2x angeschrieben, aber da passte es dann doch nicht.

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Jan-Philipp L
Hessen
11.02.2022, 10:10 Uhr

Diese Aussagen kann ich nur zu gut nachvollziehen. Nachdem ich mich vor etwa zwanzig Jahren bei der DKMS typisieren ließ, bekam ich vor elf Jahren einen Brief, dass ich auf einen Empfänger passe mit der Bitte deren medizinischen Dienst zu kontaktieren, um die generelle Spendefähigkeit zu überprüfen. Nachdem das erfolgreich war, ging es an die Bestätigungstypisierung. Auch diese verlief erfolgreich. Mir wurde jedoch mitgeteilt, dass ein anderer potenzieller Spender noch besser passte als ich. Daraufhin bat mich die DKMS, ihnen in den Folgewochen meine Aufenthaltsorte mitzuteilen, falls ich doch noch spenden sollte. Im Endeffekt wurde ich nicht zur Spende herangezogen, aber ich habe mich dennoch täglich gefragt, wie es dem potenziellen Empfänger ergangen ist. Den Ausgang der Geschichte habe ich aus Datenschutzgründen nie erfahren dürfen. Alles Gute für euch!

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Sylvia K
Baden-Württemberg
09.02.2022, 21:03 Uhr

Gute Besserung!

Ich bin typesiert, nur kurz. Ich bin sowohl zu alt als auch ausgeschlossen.

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Helmut S
Bayern
09.02.2022, 19:49 Uhr

Hallo Frank,
ich wünsche Euch alles gute und Euch noch ein langes schönes Leben.
Bin auch schon über 20 Jahre typisiert und 2mal in die engere Wahl
gekommen.
Seid Ihr dann Blutsbrüder??
LG aus Franken

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Anja S
Baden-Württemberg
09.02.2022, 17:48 Uhr

Alles gute auch von mir an Euch!!! Hab mich auch typisieren lassen als mein ehemaliger Lehrer erkrankt war. Leider bin ich jetzt auch zu alt!!!

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Cornelia M
Baden-Württemberg
09.02.2022, 17:41 Uhr

Alles erdenklich Gute für deinen Bruder und dich.Ich war auch über 20 Jahre registriert, falle aber altersmässig leider aus.

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Stefan L
Nordrhein-Westfalen
09.02.2022, 16:16 Uhr

Auch ich bin schon lange typisier! Und so einen Kommentar wie deinen Frank. liest man doch gerne 😏👍 Weiterhin alles Gute 💪

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Michael O
Baden-Württemberg
09.02.2022, 14:35 Uhr

Ich bin auch schon 20 Jahre Typisiert und einmal in der näheren Auswahl aber zur Spende kam es nicht.

Euch beiden alles Gute und viel Erfolg das ihr dem Krebs ein schnippchen schlägt.

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Karsten B
Nordrhein-Westfalen
09.02.2022, 14:28 Uhr

Ich freue mich sehr für dich !!
Alles erdenklich Gute Wünsche ich deinem Bruder, das mit dem guten Gefühl kann ich sehr gut nachvollziehen.

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Manuela F
Mecklenburg-Vorpommern
09.02.2022, 14:16 Uhr

Alles Gute für dich und deinen Bruder. Ich habe mich schon vor Jahren typisieren lassen und würde mich freuen, wenn ich irgendwann jemandem helfen könnte.

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Alexander Alois H
Rheinland-Pfalz
09.02.2022, 13:57 Uhr

Glückwunsch an dich und deinen Bruder. Lebensretter sein ist toll, und eine Stammzellenspende ist nur den wenigsten vergönnt. Ich wurde in den letzten 25 Jahren seit meiner Typisierung zweimal angeschrieben, in beiden Fällen kam es aber nicht zur Spende. Weiß gar nicht, ob ich überhaupt noch vorgesehen bin, Jahrgang 1972, kann sein, dass ich mittlerweile zu alt dafür bin.

Umso schöner, wenn es klappt. Euch viel Erfolg und Gesundheit.

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