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Matthias F Nordrhein-Westfalen

104Vollblut
BISHER GESPENDET
THEMA: Fragebogen
01.12.2023, 11:49 Uhr

Ich glaube, dass sich Bundesärztekammer und Robert Koch Institut mit der abermaligen Verschärfung des Fragebogens übel ins eigene Knie geschossen haben.

Meine Frau weigert sich, Fragen zu ihren sexuellen Praktiken auszufüllen und wurde dementsprechend kürzlich vor die Tür gesetzt. Sie wird nicht mehr Blut spenden gehen.

Ich vermute, dass solche Totalverweigerer eher die Ausnahme sein werden. Viel dramatischer finde ich allerdings, dass ich gleich mehrere Spender kenne, die offen sagen, dass sie bereits seit der letzten Verschärfung den Fragebogen gar nicht mehr lesen, sondern einfach überall Nein ankreuzen. Diese Aussagen decken sich auch mit meiner Beobachtung im Spendenlokal, dass manche den Fragebogen binnen Sekunden ausfüllen. Die können die Fragen gar nicht gelesen haben.

Ich würde vermuten, dass dieses Verhalten durch die neuen Fragen zunehmen wird und dann hat man nicht mehr Sicherheit geschaffen, sondern deutlich weniger, weil auch alle anderen Fragen nicht mehr gelesen und ehrlich beantwortet werden.

In den Sozialwissenschaften kennt man diesen Effekt bei der Fragebogenkonstruktion: Wenn eine Frage die Befragten verärgert, brechen sie entweder ab, antworten bewusst falsch oder kreuzen einfach irgendwas an. Das dürfte hier der Fall sein.

Ich würde sehr empfehlen, den neuen Fragebogen noch einmal zu überdenken.

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Petra B
Nordrhein-Westfalen
28.12.2023, 08:21 Uhr

Wann wird der Fragebogen endlich digitalisiert zur Verfügung gestellt. Das einchecken, beziehungsweise anmelden und anschließende ausfüllen erfolgt, meiner Meinung nach, nur oberflächlich und könnte im Vorfeld gewissenhafter geschehen. Außerdem entlastet es die Mitarbeitenden und schafft papierloses arbeiten etc.

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Sebastian B
Baden-Württemberg
05.12.2023, 07:13 Uhr

@Kevin-Manuel: Du hast recht, ich werde es nicht lassen, meine Meinung oder gar Fakten kundzutun, nur weil es dir missfällt.

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Reiner S
Sachsen
04.12.2023, 11:07 Uhr

Das einzige was auf mich zutrifft, ist der Umstand, daß ich den Fragebogen ausfüllen muss.

Die Anzahl meiner Sexualpartner ist relativ übersichtlich und fällt sicher nicht unter HWG.

Ich hatte das erste mal GV, noch bevor ich Blutspender geworden bin, mit einer Komilitonin.
Später dann mit einer Kollegin, da war ich bereits Spender, die dann auch meine Frau wurde.
Nach deren Tod, hatte ich einige weibliche Sexualpartner, allerdings nicht gleichzeitig.

Analverkehre habe ich weder aktiv noch passiv praktiziert.

Unterm Strich ist es unwahrscheinlich interessant zu sehen , dass solche Themen die größte Resonanz bei den Kommentaren auslösen, dabei noch nicht mal die betrachtet, die nur lesend mit schmunzeln.

Was ist dabei, eine Frage die auf mich nicht zutrifft mit nein zu beantworten?

Irgendwann, wenn man herausgefunden hat, das Rauchen sich negativ auf die Gesundheit auswirken kann, wird es die Frage geben ob man Raucher sei.

Ich hoffe, dann das die Nichtraucher nicht sofort auch zu Nichtspendern werden, nur weil sie nicht wahrheitsgemäß mit Nein antworten wollen.

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Constanze B
Baden-Württemberg
04.12.2023, 06:02 Uhr

Ich bin bei Matthias F: Der Fragebogen sollte bitte einfach nochmal überarbeitet werden: Die Fragen sind sicher mit guter Absicht im Fragebogen aufgenommen worden, werden für den Anlass Blutspende aber tlw. als zu indiskret empfunden, siehe Bsp seiner Frau oder verwirren, siehe Bsp von Gregor und führen dann ggf. zu Rückfragen bei den Ärzten, was wiederum zu Wartezeiten bei den anderen Spendern und damit auch zu Spendenunmut führen kann.
Bei meiner letzten Spende musste ich trotz Terminbuchung über 30 min vor dem Arzt warten. Fun fact: Ich habe vor über 20 Jahren selbst >6 Monate im Ausland gelebt und gebe das seitdem immer bei der entsprechenden Frage an. Jetzt wurde ich zum ersten Mal gefragt, ob ich damals Fieber hatte. Das weiß ich jetzt aber nicht mehr, da war der Arzt erstmal ratlos. Erst als ich gesagt habe, dass ich keine ernste Erkrankung hatte, weil daran würde ich mich erinnern, hat er es abgehakt und mich zur Spende zugelassen. Was soll sowas?
Ja, Spenden sollten sicher sein, aber es gibt v.A. auch perspektivisch zu wenig Spenden. Darum sollte man mit unpräzisen oder zu indiskreten Fragen keine Spender verprellen, egal welches Geschlecht oder ob durch unnötige Rückfragen und Wartezeiten. Letzten Endes ist es ein Abwägen von Risiken und Wahrscheinlichkeiten, ob das gespendete Blut sicher ist aber auch ob es genügend Spenden/Spender gibt.

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Kevin-Manuel M
Hessen
03.12.2023, 14:06 Uhr

@Sebastian B
Du kannst es nicht lassen, oder? Wir hatten genau dieses Thema dich schon mehrmals!

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Kevin-Manuel M
Hessen
03.12.2023, 14:04 Uhr

Manche Menschen haben echt Probleme! Sich wegen solchen Fragen so anzustellen!

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Jean-Paul S
Baden-Württemberg
02.12.2023, 16:24 Uhr

@Konstantin
neue/alte Fragen zum Geburtsort: ist mir sehr wohl aufgefallen, Post von mir ist schon >4 Wochen her
@Gregor
Vermutlich ist Spender mit leerem roten Tropfen hauptsächlich Spender von Thrombozyten/Plasma.
Hat jetzt aber in den Einstellungen Anzeige auf Vollblut-Spenden geändert.
Da noch keine VB-Spende erfolgt und "0" als Spendeanzahl wohl nicht vorgesehen ist, ist der Tropfen eben leer.

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Konstantin L
Berlin
02.12.2023, 08:33 Uhr

@gregor, hier regen sich Menschen auf, dass ggf Sex-Leben abgefragt wird, aber dass u.a. die Frage nach Geburtsort geändert wurde ist keinem aufgefallen.
Macht die Frage Sinn? Statistisch vermutlich schon.
Aber letztlich, es ist freiwillige Spende… keiner wird gezwungen den Bogen auszufüllen und ich habe auch min 2 Jahre Bogen um die Einrichtungen gemacht, als mir die Anforderungen nicht gepasst haben.

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Konstantin L
Berlin
01.12.2023, 20:21 Uhr

Die Fragen haben an sich reine statistische Relevanz, es persönlich zu nehmen ist nicht zu empfehlen.

ZB. Schlagt doch mal nach, welche Krankheiten in Ukraine grassieren (noch lange vor dem Krieg) und bei Aufnahmen der Flüchtlinge selbstverständlich sich auch bei uns verbreiten werden.

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Sebastian B
Baden-Württemberg
01.12.2023, 17:26 Uhr

Ja, homosexuelle Männer waren lange von der Blutspende ausgeschlossen. Das ist schon lange vorbei.

Bis vor kurzem gab es Fragen, die speziell auf homosexuelle Männer mit häufigem Partnerwechsel zutrafen. Warum? Statistisch gibt es nahezu alle HIV-Neuinfektionen nun mal bei homosexuellen Männern. Das betraf NICHT monogam lebende Homosexuellen. Und genau so waren diese Fragen auch deshalb gestaltet.

Das wurde nun geändert. Nicht aus medizinischen Gründen. Aus gesellschaftspolitischen.

Die Folgen sieht man nun gut an diesem Thread.

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Andrea-Esther C
Bayern
01.12.2023, 16:55 Uhr

Nach welchen sexuellen Praktiken wird denn da gefragt ... ich komme gerade von der Blutspende, habe vor ca. 1 1/2 Stunden erst den Fragebogen durchgelesen und ausgefüllt. Da wird lediglich gefragt, ob man "riskante" Kontakte hatte, also z. B. mal "für Geld" oder ob man in den letzten Monaten mehrere Partner hatte. Wer diese Fragen als ehrenrührig oder peinlich empfindet, hat offenbar den Sinn und Zweck derselben nicht verstanden. Es geht hier nicht darum, Spender bloßzustellen sondern die potenziellen Empfänger der Blutpräparate zu schützen.

Absichtlich / vorsätzlich / bewusst falsch ankreuzen ist jedenfalls nicht der richtige Weg, darüber sollte sich jede/r im Klaren sein. Wir wollen doch alle helfen und nicht Personen, die ohnehin schon in Lebensgefahr sind, noch einer weiteren Gefahr aussetzen.

Guido S
Schleswig-Holstein
01.12.2023, 16:20 Uhr

Einfach hingehen, Fragebogen durchlesen und wahrheitsgemäß die richtigen Kreuze machen und dann ran an die Nadel, wer fragen nicht beantworten kann oder will aus Scham oder was auch immer kann dann nicht spenden was schade für den Empfänger/in wäre . Ich denke mal jeder möchte wenn es mal dazu kommen sollte sauberes,gesundes Blut erhalten. Diese Fragen sind berechtigt und zum Schutz des Empfängers da ✌🏽👌🏽😉

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Peter A. B
Baden-Württemberg
01.12.2023, 14:04 Uhr

@Matthias, ich kann deine Bedenken nachvollziehen und halte es auch für eine gute Idee, ein paar Kontrollfragen einzubauen, die in jedem guten Fb. drin sein sollten, um die Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit des Antwortenden zu erhöhen.

Nebenbei: offenbar sind die Fragebögen doch nicht überall identisch. Hab vorhin einen ausgefüllt und kann mich nicht erinnern, dass Fragen zum Analverkehr dabei waren. 🤔

Nicole D
Niedersachsen
01.12.2023, 14:01 Uhr

99% sind nunmal keine 100%

Ich kann verstehen, dass man nicht für eine Spende zugelassen wird, wenn nicht alle Fragen beantwortet werden - das ist etwas anderes als ein Rausschmiss, auch wenn es sich am Ende genauso anfühlt.

Roswitha I
Bayern
01.12.2023, 13:58 Uhr

Aber was ist daran so schlimm, ehrlich zu antworten? Ich verstehe da die Aufregung nicht.

104
Matthias F
Nordrhein-Westfalen
01.12.2023, 13:54 Uhr

@Roswitha I: Die Frage würde mit Nein beantwortet. Meine Frau will diese Fragen aber gar nicht beantworten und lässt sie deshalb aus. Auch dann wird man rausgeworfen.

Roswitha I
Bayern
01.12.2023, 13:52 Uhr

Wenn diese Frage nicht beantwortet wird, schließe ich daraus, dass sie mit Ja beantwortet werden würde. Dann wäre wohl eine Zulassung zur Spende nicht möglich. Also war die Ablehnung richtig.

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Heino M
Niedersachsen
01.12.2023, 13:34 Uhr

Wenn man die Fragen auf Tablets beantworten könnte wie bei anderen Blutspendediensten, wo die Reihenfolge der Fragen jedes mal anders, Kontrollfragen gestellt werden und die Kreuzchen Ja/Nein nicht überall an der selben Stelle sind, wäre das anders. Die Spender sind dann aufmerksamer und rattern nicht über links ein Kreuzchen hin. Beim DRK hängt man da noch an jahrzehntealte Strukturen und will es auf Papier haben. Die Fragen an sich aber kommen von der Bundesärztekammer und dem Paul-Ehrlich-Institut. Das müssen die so machen. Die Umsetzung dauert halt lange, obwohl schon seit Monaten bekannt.

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Stephan B
Nordrhein-Westfalen
01.12.2023, 13:15 Uhr

Mit "vor die Tür gesetzt" meinst Du sicher, von der Spende ausgeschlossen.
Wenn Du die Sicherheitsabfragen mal von der Empfängerseite der Spenden betrachtest (bei mir eine Hochdosis-Chemo mit komplett ausgeschaltetem Immunsysten) haben die Sicherheitsabfragen eine andere Gewichtung.
Wenn die Fragen einem zu persönlich sind, finde ich das Beenden der Blutspende richtig.

Nicole D
Niedersachsen
01.12.2023, 12:57 Uhr

Michael, die Frage wurde (zumindest hier) schon noch ein wenig modifiziert, seitdem im Frühjahr der Bundestag das Blutspendeverbot für homosexuelle Männer abschaffte - früher wurden Frauen nicht ganz so angesprochen bei der Frage sondern nur Männer. Aber eine ähnliche Frage stand bereits drin.

104
Matthias F
Nordrhein-Westfalen
01.12.2023, 12:55 Uhr

@Nicole D: Ich finde die Fragen gerade noch vertretbar, verstehe aber auch, dass Menschen sich nicht derart intime Fragen stellen lassen möchten. Dann lassen sie es eben bleiben und gehen nicht mehr spenden. Und das ist ja auch OK.

104
Matthias F
Nordrhein-Westfalen
01.12.2023, 12:50 Uhr

@Michael O: Was ist denn eine HWG?

Nicole D
Niedersachsen
01.12.2023, 12:48 Uhr

Zitat Matthias F, NRW: [...] Dann lässt man es eben und es ging ja auch 30 Jahre ohne solche Fragen.
Zitat-Ende
Nun, dann war es 30 Jahre lang besser, dass Frauen mehrere wechselnde Partner haben konnten und für Blutspenden zugelassen wurden, Männer die treu monogam lebten aber aufgrund einer bestehenden Homosexualität per se ausgeschlossen waren?
Wo war da das größere Risiko für Empfänger einer Spende?

Nun wurde die Richtlinien geändert und Fragen entsprechend aufbereitet, man versucht eine Gleichbehandlung der männlichen und weiblichen Spender - auch nicht richtig in Deinen Augen Matthias.

145
Michael O
Baden-Württemberg
01.12.2023, 12:47 Uhr

Die Frage wie Nicole D geschrieben hat ist in der Form bereits vor Corona in den Fragebogen aufgenommen worden, also "alter Hut" und wo ist da das Problem? Ich will jetzt nicht zu nahe treten aber hat Deine Frau eine HWG, das sie damit probleme hat?

104
Matthias F
Nordrhein-Westfalen
01.12.2023, 12:29 Uhr

@Nicole D: Ja, um diese Frage geht es. In NRW wird die erst seit November gestellt.
Nicht in Ordnung finde ich übrigens, dass diese Frage nicht im Spendenchecker aufgeführt wird.

Nicole D
Niedersachsen
01.12.2023, 12:26 Uhr

Zitat Matthias F, NRW:
"Seit Mitte November werden sehr explizite Fragen zum Sexualverhalten gestellt."
Zitat-Ende

Meinst Du diese Frage?
Hatten Sie in den letzten 4 Monaten Sexualverkehr
• mit insgesamt mehr als zwei Personen, Analverkehr mit einer neuen Person oder Analverkehr mit mehr als einer Person?
• für den Sie Geld oder andere Leistungen (Unterkunft, Drogen) erhalten oder bezahlt haben?
• mit einer Person, die mit HIV- oder Hepatitis-Viren infiziert ist?
• mit einer Person, die im Ausland geboren ist oder mehr als 6 Monate dort gelebt hat?

Ich bin mir sicher, die nicht erst 2x gelesen zu haben beim NSTOB-Fragebogen; diese bzw. ähnliche Formulierung ist schon einige Monate im Umlauf.

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Holger K
Baden-Württemberg
01.12.2023, 12:22 Uhr

ich fülle den Fragebogen seit Jahrzehnten im Eildurchlauf aus.

also die ersten 5 Wörter und mir sind die Fragen bekannt.
es gibt nur eine Frage mit "ja" (fühlen sie sich gesund?)
der Rest geht mit "nein"

wichtig ist (bei mir) die Frage ob ich schon abgelehnt wurde. durch das "ja" gibt es unterhaltsame Kommunikation mit dem Arzt udn alles ist paletti.

104
Matthias F
Nordrhein-Westfalen
01.12.2023, 12:21 Uhr

@Nicole D: Wenn sie zum Arzt muss, antwortet sie natürlich. Aber Blutspenden sind ja zum Glück noch freiwillig. Dann lässt man es eben und es ging ja auch 30 Jahre ohne solche Fragen.

Nicole D
Niedersachsen
01.12.2023, 12:17 Uhr

Moin Matthias,
generell kann man auch Kontrollfragen einbauen, wo z.B. gezielt mit einer Negativformulierung in der Fragstellung gearbeitet wird. So würde man die Durchklicker zumindest etwas aussortieren.

Klar ist es manchmal unangenehm, manche Frage zu beantworten. Aber was macht beispielsweise Deine Frau, wenn sie direkt in einem Arztgespräch (auch außerhalb einer Blutspende) Fragen beantworten soll über die sie eigentlich nicht reden möchte? Schweigen bzw. direkt die Tür aufsuchen?
Es gibt ja Gründe, warum diese Fragen gestellt werden und bei einer Blutspende ist es nunmal wichtig Spender und Patienten, Empfänger, zu schützen.

104
Matthias F
Nordrhein-Westfalen
01.12.2023, 12:01 Uhr

Seit Mitte November werden sehr explizite Fragen zum Sexualverhalten gestellt.

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