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Jochen D Bremen

6Vollblut
BISHER GESPENDET
THEMA: Fragebogen
05.03.2020, 17:57 Uhr

War gerade beim Blutspenden und habe den neuen Fragebogen gesehen (angeblich EU Recht) Die Fragen zur persönlichen Sexualität finde ich in dieser Artgelinde gesagt unverschämt. Somit war das meine letzte Blutspende in der EU bis auf weiteres.

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Pierre K
Sachsen
03.09.2023, 20:19 Uhr

Ich finde persönlich auch,das diese Frage etwas zu weit geht.Mit wieviel Partnerinnen ich Sex habe und was ich praktiziere oder nicht, geht, Vertraulichkeit hin oder her , niemand was an und werde ich auch nicht beantworten.

Team NSTOB
DRK-Blutspendedienst
09.03.2020, 12:12 Uhr

Hallo Jochen,
die Sicherheit der Blutspender und der Empfänger von Blutpräparaten steht bei all unseren Aktivitäten an oberster Stelle. Die Bundesärztekammer und das Paul-Ehrlich-Institut legen in der „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten“ die verbindlichen Vorgaben fest. Im Rahmen dieser Vorgaben musste der Fragebogen für die Anamnese vor der Blutspende angepasst werden. Im Einzelnen betrifft dies neben der Aktualisierung verschiedener Angaben zur Verwendung einzelner Medikamente oder des allgemeinen Gesundheitszustandes auch das Thema "sexuelle Übertragungsrisiken".
Der Ablauf der Blutspende ist davon nicht betroffen. Da es sich hier um sehr vertrauliche Angaben handelt, ist es weiterhin von größter Wichtigkeit, dass beim Ausfüllen des Fragebogens und beim Arztgespräch die notwendige Vertraulichkeit sichergestellt ist.

Viele Grüße

Frank S
Hessen
07.03.2020, 13:10 Uhr

@Jörg:
Das Blut muss unabhängig vom Fragebogen immer auf alles untersucht werden, oder glaubst Du es wird eine Untersuchung weggelassen, weil der Spender angekreuzt das er in den letzten 5 Jahren keinen GV hatte oder so? Gerade wegen der Sicherheit für den Empfänger ginge das nicht.

Weiterhin ist es so: Nur weil der Spender keine wechselnden Sexualpartner hat, heißt das ja nicht das sein(e) Partner(in) auch monogam ist. ...

Last but not least: Freie Arztwahl und Vertraulichkeit ist bei der Blutspende auch nicht gegeben, denn die Ärzte die da hocken kenne ich als Spender normal gar nicht und wie vertraulich ist eine Turnhalle voller Menschen mit vereinzelten Stellwänden? Datenschutz ist nun mal Grundrecht eines jeden einzelnen und die Notwendigkeit der Fragen ist daher zurecht in der Kritik.

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Jörg R
Baden-Württemberg
07.03.2020, 05:06 Uhr

@Andrea-Esther: monogam im Sinne von *tatsächlich* monogam, also auf einen Partner gebunden. Hierbei ergab sich keine signifikant höhere Prävalenzrate von monogamen MSM ggü anderen monogamen Geschlechtsverkehr praktizierender Gruppen.

Was du ansprichst sind Fälle, in denen der tatsächliche Status nicht monogam bzw. nicht von beiden Partnern, aber vorgeben, monogam zu sein. Hier muss dann der Labortest aufzeigen, ob Blut verwendet werden kann, schlimm wird es, wenn er falsch negativ ist, da dann keine anderweitigen Sicherungen zum Schutz
des Empfängers mehr folgen...

42
Jörg R
Baden-Württemberg
07.03.2020, 04:43 Uhr

Also @Frank, das sehe ich jetzt gar nicht so, denn der Fragebogen und die darin enthaltenen Fragen folgen nicht vorrangig wirtschaftlichen Interessen, sondern wissenschaftlichen Grundlagen. Diese Grundlagen finden sich in der Epidemiologie. Eng verbunden schließt sich die Stochastik an.
Wenn nun über die Fragebogenitems gewisse Risikogruppen aus der Gesamtmasse aussortiert werden sollen, basieren die auf hochgerechnete Prävalenzraten innerhalb einer Risikogruppe. Anhand dieser Rate lässt sich also eine Risikowahrscheinlichkeit bestimmen. Übersteigt diese Wahrscheinlichkeit einen gewissen Faktor, wird pauschal die gesamte Risikogruppe ausgeschlossen, um das Risiko zu minimieren bzw. die Unbedenklichkeit zu erhöhen. Somit stellt dies eine stochastische Sicherheitsmaßnahme ergänzend zu Labortests dar, da sie die Zahl der falsch negativen Ergebnisse vermindert.

Die Fragen könnten also nicht entfallen, wie du meinst, denn die körperliche Unversehrtheit des Empfängers wiegt wesentlich schwerer als das Interesse des freiwilligen Spenders innerhalb der vermehrt abgeschlossenen Datenverarbeitung auf Antwort eines Risikoverhaltens wegen "Peinlichkeitsbefinden" zu verzichten. Viel mehr muss das Maximum an Sicherheit gewonnen werden, auch mittels epidemiologischer Daten, gerade weil Labortests auch versagen können. Würden sie stets korrekten Aufschluss über die Verwendbarkeit geben, dann bräuchte es keine Fragebögen, tun sie aber nicht.

Das verstehe ich daher nicht als Witz, sondern als Vernunft.

Frank S
Hessen
06.03.2020, 23:51 Uhr

Der Witz ist aber, dass die resultierenden Risiken immer untersucht werden müssen, egal was der Spender im Fragebogen angibt. Denn es kann bewusst falsch geantwortet worden sein, versehentlich falsch angekreuzt, ein Missverständnis, ... Das Risiko, Untersuchungen aufgrund der Antworten zu unterlassen, wird kein Spendedienst eingehen.

Was also ändert sich durch die Fragen in Bezug auf die Behandlung des Spenderblutes?
Technisch gar nichts!
Die Fragen könnten also entfallen, aber der Spendedienst hätte dann eventuell mehr Ausschuss weil bei den Untersuchungen mehr Findings anfallen. Und das bedeutet, dass die Spender mit der Beantwortung dieser Fragen aus dem höchst privaten Lebensbereich in Wirklichkeit belästigt werden, weil es für die Blutspendedienste wirtschaftliche Gründe dafür gibt.

Und letztere wirken massiv aus die Fragen ein, durch entsprechende Lobbyarbeit.

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Ben A
Berlin
06.03.2020, 20:36 Uhr

Ich denke nicht, dass irgendwelche Fragen ein Ausschlusskriterium für den Spender sein sollten um zur Spende zu gehen...

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Andrea-Esther C
Bayern
06.03.2020, 15:18 Uhr

Jörg R, ... abgesehen davon ... was heißt "monogame Beziehung". Ich kann ein viertel Jahrhundert mit meinem Partner zusammen leben ohne fremd zu gehen, aber wenn er, ohne dass ich es weiß, auch in anderen Gärten Blumen pflückt, was dann?

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Jörg R
Baden-Württemberg
06.03.2020, 03:50 Uhr

Übrigens kam auch wieder Bewegung in die Debatte ums Spendeverbot für MSM. Es heißt, dass die 12 Monate Enthaltsamkeit nicht realitätsnah seien und - was mir wiederum wichtig ist - neuere epidemiologischen Daten kein höheres Risiko mehr in der monogamen MSM-Gruppe aufweisen. Bin gespannt, wie es da weitergeht :)

In der Tat hat der EuGH geurteilt, dass ein pauschale Ausschluss von Homosexuellen nicht zulässig wäre, wodurch die Enthaltsamkeitsfrist von momentan 12 Monaten in Deutschland vorherrscht.

136
Wilhelm L
Niedersachsen
05.03.2020, 20:45 Uhr

Nein, gehe weiter zur Spende, das ist gut für dich!🩸🩸🩸

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Andrea-Esther C
Bayern
05.03.2020, 19:41 Uhr

Es gibt nun mal Lebensweisen, die etwas riskanter sind - zum Beispiel häufig wechselnde Partner. Angenommen, ich würde jeden Monat mit einem anderen ... und die wiederum würden auch jeden Monat mit einer anderen ... dann ist das Risiko, sich irgendwelche Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhoe, Papillomaviren, Herpes, HIV und noch ein paar mehr Viren und Bakterien einzusammeln, doch etwas höher als wenn man Jahre bis Jahrzente in einer Partnerschaft lebt, in der keiner "fremdgeht" oder wenn man sich fürs Zölibat entschieden hat und das dann auch so lebt.

Abgesehen davon sehe ich es genau so wie Karlheinz. Wenn ich irgendwann mal Blut brauchen sollte, dann ist es mir zwar ziemlich wurscht welche Hautfarbe und welche Konfession "mein" Spender hat und ob er schwul bzw. sie lesbisch ist. Was mich aber sicher interessieren würde ist, ob ich ggf. mit zusätzlichen "Herausforderungen" wie Hepatitis, Herpes, oder dergleichen belastet werde. Und da ich darauf hoffe, dass "mein" potenzieller Spender die Fragen ehrlich und offen beantwortet, fülle ich das Formular ebenso ehrlich und offen aus. Wer damit nicht leben kann oder mag, ... nun ja, derjenige sollte sich mal Gedanken machen, ob er riskieren möchte, durch eine Blutspende mit "wasauchimmer" infiziert zu werden.

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Franz Josef E
Rheinland-Pfalz
05.03.2020, 19:31 Uhr

Da kann ich dem Karlheinz nur zustimmen, aber es ist jedem selbst überlassen. Aber alles dient auch für den eigenen Schutz. Lg Franz vom DRK Vettelschoß

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